Die Haf­tung des Patent­an­walts

Nach der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs schul­det der um Rat gebe­te­ne Rechts­an­walt sei­nem Auf­trag­ge­ber eine umfas­sen­de und erschöp­fen­de Beleh­rung. Der Rechts­an­walt muss den ihm vor­ge­tra­ge­nen Sach­ver­halt dahin prü­fen, ob er geeig­net ist, den vom Auf­trag­ge­ber erstreb­ten Erfolg her­bei­zu­füh­ren. Dem Man­dan­ten hat der Anwalt die­je­ni­gen Schrit­te zu emp­feh­len, die zu dem erstreb­ten Ziel füh­ren kön­nen. Er muss den Auf­trag­ge­ber vor Nach­tei­len bewah­ren, soweit sol­che vor­aus­seh­bar und ver­meid­bar sind. Dazu hat der Rechts­an­walt sei­nem Man­dan­ten den sichers­ten Weg vor­zu­schla­gen und ihn über mög­li­che Risi­ken auf­zu­klä­ren, damit der Man­dant eine sach­ge­rech­te Ent­schei­dung tref­fen kann; Zwei­fel und Beden­ken, zu denen die Sach­la­ge Anlass gibt, muss der Anwalt dar­le­gen und mit sei­nem Auf­trag­ge­ber erör­tern. Der kon­kre­te Umfang der Pflich­ten des Anwalts rich­tet sich dabei nach dem erteil­ten Man­dat und den Umstän­den des ein­zel­nen Fal­les 1. Für die Ver­tre­tung durch einen Patent­an­walt gilt inso­weit nichts ande­res. Im Rah­men des ihm erteil­ten Auf­trags tref­fen den Patent­an­walt grund­sätz­lich die glei­chen Auf­klä­rungs- und Bera­tungs­pflich­ten, wie sie für den Rechts­an­walt gel­ten. Der Patent­an­walt über­nimmt im Rah­men des Man­dats gegen­über dem Man­dan­ten die glei­chen Funk­tio­nen wie ein Rechts­an­walt. Er wird vom Auf­trag­ge­ber wie die­ser und mit dem glei­chen Ziel mit der Wah­rung sei­ner Inter­es­sen betraut. In die­sem Zusam­men­hang ist er auch dann, wenn dane­ben – wie im Streit­fall – ein Rechts­an­walt beauf­tragt ist, der anwalt­li­che Ver­tre­ter, auf des­sen Bera­tung der Man­dant ver­traut und ver­trau­en darf 2.

Die Haf­tung des Patent­an­walts

Ober­lan­des­ge­richt Karls­ru­he, Urteil vom 14. Mai 2008 – 6 U 95/​07 (rechts­kräf­tig nach Zurück­wei­sung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de durch den Bun­des­ge­richts­hof 3)

  1. vgl. BGH NJW 1995, 449, 450; NJW 1996, 2648, 2649[]
  2. BGH GRUR 2000, 396, 397 – Ver­gleichs­emp­feh­lung I[]
  3. BGH, Beschluss vom 30.08.2010 – X ZR 126/​08[]