Die Live-Streams der BILD-Zei­tung – als zulas­sungs­pflich­ti­ger Rund­funk

Die Live-Streams der BILD-Zei­tung sind zulas­sungs­pflich­ti­ger Rund­funk. Die BILD-Zei­tung darf ihre Live-Streams nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin nicht wei­ter zulas­sungs­frei betrei­ben.

Die Live-Streams der BILD-Zei­tung – als zulas­sungs­pflich­ti­ger Rund­funk

Der Axel Sprin­ger Ver­lag ver­an­stal­tet und ver­brei­tet seit April 2018 die Inter­net-Video-For­ma­te „Die rich­ti­gen Fra­gen“, „BILD live“ und „BILD-Sport – Talk mit Thors­ten Kin­hö­fer“. Die­se kön­nen live gestreamt wer­den. Die Medi­en­an­stalt Ber­lin-Bran­den­burg stell­te im Juli 2018 fest, dass der Ver­lag hier­durch Rund­funk ohne Zulas­sung ver­an­stal­te und bean­stan­de­te die­sen Ver­stoß. Die besag­ten Live-Streams sei­en als Rund­funk ein­zu­stu­fen, da es sich um linea­re, audio­vi­su­el­le Infor­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­diens­te hand­le, die für die All­ge­mein­heit und zum zeit­glei­chen Emp­fang bestimmt sei­en. Bei min­des­tens fahr­läs­si­ger Bege­hungs­wei­se kön­ne dies als Ord­nungs­wid­rig­keit geahn­det wer­den. Dar­über hin­aus unter­sag­te die Medi­en­an­stalt die Ver­an­stal­tung und Ver­brei­tung der strei­ti­gen Live-Streams, sofern nicht bis zum 3. Sep­tem­ber 2018 ein Antrag auf Zulas­sung gestellt wer­de.

Hier­ge­gen hat der Ver­lag vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Kla­ge erho­ben, mit der er die Auf­he­bung des Beschei­des begehrt. Er macht ins­be­son­de­re gel­tend, dass die Live-Streams man­gels Ver­brei­tung ent­lang eines Sen­de­plans nicht als Rund­funk ein­zu­ord­nen und damit nicht zulas­sungs­pflich­tig sei­en. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin hat die Kla­ge in wei­ten Tei­len abge­wie­sen; der Bescheid sei größ­ten­teils recht­mä­ßig und ver­let­ze den Ver­lag nicht in sei­nen Rech­ten:

Zu Recht habe die Medi­en­an­stalt die Live-Streams als zulas­sungs­pflich­ti­gen Rund­funk ein­ge­ord­net. Die Ange­bo­te sei­en für die All­ge­mein­heit und zum zeit­glei­chen Emp­fang bestimmt. Zudem lie­ge ihnen nicht zuletzt auf­grund ihrer Regel­mä­ßig­keit bzw. Häu­fig­keit ein Sen­de­plan zugrun­de. Soweit die Medi­en­an­stalt im ange­grif­fe­nen Bescheid dar­auf hin­ge­wie­sen hat, dass eine min­des­tens fahr­läs­si­ge Rund­funk­aus­strah­lung ohne Zulas­sung als Ord­nungs­wid­rig­keit geahn­det wer­den kön­ne, hob die Kam­mer die­sen Bescheid­aus­spruch auf. Denn die Medi­en­an­stalt sei zum Erlass eines sol­chen Ver­wal­tungs­akts nicht befugt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 26. Sep­tem­ber 2019 – Ver­wal­tungs­ge­richt 27 K 365.18