Die nicht mehr paten­tier­te Nach­rich­ten­syn­chro­ni­sie­rung

Das Bun­des­pa­tent­ge­richt hat auf zwei Kla­ge von Apple und Micro­soft das Euro­päi­sche Patent 0 847 654 über "Ver­fah­ren und Vor­rich­tung für die Sty­tus­syn­chro­ni­sa­ti­on einer Grup­pe von Funk­ruf­emp­fän­gern" ("Mul­ti­ple Pager Sta­tus Syn­chro­ni­za­ti­on Sys­tem and Method") der Fa. Moto­ro­la Mobi­li­ty teil­wei­se für nich­tig erklärt.

Die nicht mehr paten­tier­te Nach­rich­ten­syn­chro­ni­sie­rung

Dem Streit­pa­tent liegt die Auf­ga­be zugrun­de, Ver­än­de­run­gen von Nach­rich­ten, die auf einem mobi­len End­ge­rät von einem Benut­zer vor­ge­nom­men wer­den, auto­ma­tisch auch auf alle ande­re End­ge­rä­te des Benut­zers zu über­tra­gen, d. h. den Infor­ma­ti­ons­ge­halt auf allen benutz­ten Gerä­ten zu syn­chro­ni­sie­ren.

Da das ange­grif­fe­ne Patent mit Wir­kung für das Hoheits­ge­biet der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land nur teil­wei­se für nich­tig erklärt wur­de, waren die Kla­gen nicht in vol­lem Umfang erfolg­reich.

Das Bun­des­pa­tent­ge­richt beur­teil­te die Patent­an­sprü­che in der erteil­ten Fas­sung als gegen­über dem Stand der Tech­nik nicht auf einer erfin­de­ri­schen Tätig­keit beru­hend. Dabei stütz­te es sich ins­be­son­de­re auf ein im Rah­men der Ent­wick­lung von Stan­dards für den E‑MailVer­kehr vor­ver­öf­fent­lich­tes “Request for Comments“ Doku­ment (RFC 1056 “PCMAIL: A Dis­tri­bu­t­ed Mail Sys­tem for Per­so­nal Com­pu­ters“).

Aller­dings hat­te die Patent­in­ha­be­rin nach dem Hin­weis an die Par­tei­en gemäß § 83 Abs. 1 PatG in meh­re­ren Hilfs­an­trä­gen eine vom Gericht als mög­li­cher­wei­se ent­schei­dungs­er­heb­lich bezeich­ne­te Fra­ge auf­ge­grif­fen und u. a. geän­der­te Patent­an­sprü­che mit einer Merk­mals­kom­bi­na­ti­on vor­ge­legt, mit der die Anzahl von Syn­chro­ni­sa­ti­ons­vor­gän­gen bei meh­re­ren auf­ein­an­der­fol­gen­den Sta­tus­än­de­run­gen redu­ziert wer­den kann. Den Gegen­stand der Ansprü­che nach einem die­ser Hilfs­an­trä­ge sah der Senat durch den im Ver­fah­ren genann­ten Stand der Tech­nik als nicht nahe gelegt und damit als erfin­de­risch an. Im Umfang die­ser geän­der­ten Ansprü­che bleibt das Patent bestehen.

Gegen die Ent­schei­dung des Bun­des­pa­tent­ge­richts kann noch Beru­fung zum Bun­des­ge­richts­hof ein­ge­legt wer­den.

Bun­des­pa­tent­ge­richt, Urteil vom 13. Novem­ber 2013 – 1 Ni 3/​13 (EP) 1

  1. ver­bun­den mit 1 Ni 7/​13 (EP) []