Die Prü­fung der IHK durch den Lan­des­rech­nungs­hof

Der Säch­si­sche Rech­nungs­hof darf die Indus­trie- und Han­dels­kam­mer zu Leip­zig prü­fen.

Die Prü­fung der IHK durch den Lan­des­rech­nungs­hof

Das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt beur­teil­te die Anord­nung des Säch­si­schen Rech­nungs­hofs, die Haus­halts- und Wirt­schafts­füh­rung der Indus­trie- und Han­dels­kam­mer zu Leip­zig (IHK Leip­zig) für die Haus­halts­jah­re ab 1992 zu prü­fen, als recht­mä­ßig und wies die auf Auf­he­bung der Prü­fungs­an­ord­nung gerich­te­te Kla­ge der IHK Leip­zig ab.

Die IHK Leip­zig hielt die Prü­fung wegen einer ent­spre­chen­den Aus­schluss­vor­schrift im Säch­si­schen Aus­füh­rungs­ge­setz zum Recht der

Indus­trie- und Han­dels­kam­mern für unzu­läs­sig, woge­gen der Rech­nungs­hof sich auf sein in der Säch­si­schen Haus­halts­ord­nung ver­an­ker­tes umfas­sen­des Prü­fungs­recht berief.

Das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt beur­teil­te die Vor­schrift, auf die sich die IHK Leip­zig beru­fen hat, als gegen die Säch­si­sche Ver­fas­sung ver­sto­ßend, die in ihrem Art. 100 Abs. 1 ein unein­ge­schränk­tes Prü­fungs­recht des Rech­nungs­hofs ent­hal­te.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt kön­ne den Ver­fas­sungs­ver­stoß der gesetz­li­chen Rege­lung über den Aus­schluss der Prü­fung von Indus­trie- und Han­dels­kam­mern selbst fest­stel­len, weil es sich um sog. vor­kon­sti­tu­tio­nel­les Recht hand­le. Das Säch­si­sche Aus­füh­rungs­ge­setz zum Recht der Indus­trie- und Han­dels­kam­mern sei am 23.11.1991 und damit noch vor der Ver­fas­sung des Frei­staa­tes Sach­sen vom 27.05.1992 in Kraft getre­ten.

Das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hielt auch die weit zurück rei­chen­de Prü­fung für ver­hält­nis­mä­ßig. Geprüft wer­den könn­ten ohne­hin nur Unter­la­gen, die noch vor­han­den sei­en. Fer­ner müss­te bei Anhalts­punk­ten für Unre­gel­mä­ßig­kei­ten aus neue­rer Zeit auch auf frü­he­re Vor­gän­ge zurück­ge­grif­fen wer­den kön­nen, die eine Ursa­che hier­für sein könn­ten.

Säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 25. August 2015 – 4 A 46/​14