Die Rech­te am Adler

Bei dem Adler-Sym­bol des Deut­schen Fuß­ball­bun­des DFB kann es sich natür­lich nicht um eine Nach­ah­mung eines bun­des­deut­schen Hoheits­zei­chens han­deln, denn dann hät­te das Bun­des­pa­tent- und Mar­ken­amt die Mar­ke bereits aus die­sem Grun­de nicht ein­tra­gen dür­fen. Ver­wen­det eine deut­schen Ein­zel­han­dels­ket­te für Auto-Fuß­mat­ten und Fuß­ball-Fan­be­klei­dung ein Adler-Sym­bol, das eine deut­li­che bild­li­che Ähn­lich­keit mit der ein­ge­tra­ge­nen Mar­ke des DFB hat, liegt eine Mar­ken­rechts­velet­zung vor.

Die Rech­te am Adler

Mit die­ser Begrün­dung hat das Land­ge­richt Mün­chen I in dem hier vor­lie­gen­den Fall eine einst­wei­li­ge Ver­fü­gung bestä­tigt, mit wel­cher einer deut­schen Ein­zel­han­dels­ket­te die Ver­wen­dung bestimm­ter Zei­chen ver­bo­ten wur­de, die Ähn­lich­keit mit dem Ver­bands­lo­go des Deut­schen Fuß­ball­bun­des e. V. (DFB) auf­wie­sen. Der DFB ver­wen­det seit den 1920er Jah­ren in sei­nem Ver­bands­lo­go einen Adler. Das DFB-Logo ist als deut­sche und als euro­päi­sche Mar­ke geschützt.

Das beklag­te Unter­neh­men hat­te anläss­lich der Fuß­ball­welt­meis­ter­schaft Auto-Fuß­mat­ten und Fuß­ball-Fan­be­klei­dung ange­bo­ten, die mit einem Adler-Sym­bol und teil­wei­se den Wort­zu­sät­zen "Deutsch­land" – ver­se­hen waren. Hier­ge­gen hat­te die Klä­ge­rin am 30. Mai 2014 eine einst­wei­li­ge Ver­fü­gung erwirkt, woge­gen die Beklag­te Wider­spruch ein­ge­legt hat. Zwi­schen den Par­tei­en war ins­be­son­de­re strei­tig, ob das in der Kla­ge­mar­ke wie­der­ge­ge­be­ne Adler-Sym­bol mar­ken­recht­li­chen Schutz genießt. Laut Mar­ken­ge­setz darf ein Zei­chen nicht als Mar­ke ein­ge­tra­gen wer­den, wenn es ein staat­li­ches Hoheits­zei­chen – also bei­spiels­wei­se den Bun­des­ad­ler – ent­hält bzw. nach­ahmt (§ 8 Abs. 2 Nr. 6, Abs. 4 Mar­kenG).

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Land­ge­richt Mün­chen I deut­lich gemacht, dass ihm eine Prü­fung, ob das die Kla­ge­mar­ke prä­gen­de Adler-Sym­bol eine Nach­ah­mung des Bun­des­ad­lers ent­hal­te, ver­wehrt sei. Ob die Mar­ke zu Recht ein­ge­tra­gen sei, kön­ne aus­schließ­lich in einem förm­li­chen Löschungs­ver­fah­ren vor dem zustän­di­gen Mar­ken­amt geprüft wer­den. Das Land­ge­richt sei an den Bestand der Mar­ken­ein­tra­gung gebun­den. Wei­ter heißt es in der Urteils­be­grün­dung: "Wenn das Adler-Sym­bol der Kla­ge­mar­ke eine Nach­ah­mung des Bun­des­ad­lers dar­stel­len wür­de, hät­te das Bun­des­pa­tent- und Mar­ken­amt die Mar­ke bereits aus die­sem Grun­de – unab­hän­gig von allen wei­te­ren Bestand­tei­len – nicht ein­tra­gen dür­fen. Das Land­ge­richt ist daher an die Fest­stel­lung gebun­den, dass es sich bei dem Adler-Sym­bol der Kla­ge­mar­ke gera­de nicht um eine Nach­ah­mung eines bun­des­deut­schen Hoheits­zei­chens han­delt."

Nach­dem das Land­ge­richt Mün­chen I auch eine deut­li­che bild­li­che Ähn­lich­keit zwi­schen den von der Beklag­ten ver­wen­de­ten Zei­chen und der Kla­ge­mar­ke für gege­ben hielt, hat es im Ergeb­nis eine Ver­let­zung der klä­ge­ri­schen Mar­ken­rech­te bejaht.

Land­ge­richt Mün­chen I, Urteil vom 7. Augustt 2014 – 11 HKO O 10510/​14