Die Übernahme einer Zeitung

Trotz Monopolbildung kann ausnahmsweise nach den Grundsätzen der Sanierungsfusion ein Zusammenschluss zweier Zeitungen stattfinden, wenn einem Unternehmen aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten die Insolvenz droht und seine Marktposition ohnehin dem Erwerber zufallen würde und es insbesondere auch keinen alternativen Erwerber gibt.

Die Übernahme einer Zeitung

Mit dieser Begründung hat das Bundeskartellamt eine Übernahme der Münsterschen Zeitung durch die Westfälischen Nachrichten freigegeben. Die Münstersche Zeitung kommt aus dem Dortmunder Medienhaus Lensing (Ruhr-Nachrichten) und besteht aus den Ausgaben Münster, Steinfurt und Greven. Nun hat der Münsteraner Aschendoff Verlag bzw. die Westfälischen Nachrichten vor, die Münstersche Zeitung zu übernehmen.

Wie der Präsident des Bundeskartellamtes mitgeteilt hat, würde dieser Zusammenschluss zwar für den Aschendorff Verlag eine (beinahe) Alleinstellung auf den betroffenen Leser- und Anzeigenmärkten bedeuten, aber trotzdem kann ausnahmsweise ein Zusammenschluss nach den Grundsätzen der Sanierungsfusion freigegeben werden. Voraussetzung für eine solche Ausnahme ist die bevorstehende Insolvenz des Zielunternehmens aufgrund seiner wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Außerdem müsste seine Marktposition ohnehin dem Erwerber zufallen und es insbesondere auch keinen alternativen Erwerber geben. Nach eingehender Prüfung ist das Bundeskartellamt zu der Überzeugung gelangt, dass diese Voraussetzungen hier vorliegen – zumal es sich es sich bei der Münsterschen Zeitung, die historisch auf den Fahle-Verlag zurückgeht, um einen wirtschaftlich und organisatorisch hinreichend vom Medienhaus Lensing abgrenzbaren Geschäftsbereich handelt, auf den die Grundsätze der Sanierungsfusion Anwendung finden können.

Bundeskartellamt, Mitteilung vom 1. September 2014