Die Voten der Bericht­erstat­ter des Bun­des­kar­tell­amts – und der Infor­ma­ti­ons­zu­gang

Vor­be­rei­ten­de Ver­mer­ke (Voten) der Bericht­erstat­ter von Beschluss­ab­tei­lun­gen des Bun­des­kar­tell­amts unter­lie­gen dem Ver­trau­lich­keits­schutz für Bera­tun­gen von Behör­den nach dem Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz.

Die Voten der Bericht­erstat­ter des Bun­des­kar­tell­amts – und der Infor­ma­ti­ons­zu­gang

Das hat jetzt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig auf die Kla­ge eines Jour­na­lis­ten­ver­ban­des ent­schie­den, der vom beklag­ten Bun­des­kar­tell­amt Zugang zu Infor­ma­tio­nen begehrt, die die kar­tell­recht­li­che Beur­tei­lung eines Fusi­ons­vor­ha­bens von zwei Zei­tungs­ver­la­gen betra­fen. Er ver­lang­te u. a. Zugang zu dem Votum des Bericht­erstat­ters der zustän­di­gen Beschluss­ab­tei­lung.

Kla­ge und Beru­fung gegen die ableh­nen­de Ent­schei­dung blie­ben vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Köln 1 und dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter 2 ohne Erfolg. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te die­se Ent­schei­dun­gen nun­mehr und wies auch die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on des Jour­na­lis­ten­ver­ban­des zurück:

Ein Anspruch auf Zugang zu amt­li­chen Infor­ma­tio­nen ist nach dem Infor­ma­ti­ons­frei­heits­ge­setz aus­ge­schlos­sen, wenn und solan­ge die Bera­tun­gen von Behör­den beein­träch­tigt wer­den. Der vom Gesetz geschütz­te Bera­tungs­pro­zess zeich­net sich durch einen offe­nen Mei­nungs­aus­tausch aus, der durch Ele­men­te der Bespre­chung, Berat­schla­gung und Abwä­gung geprägt ist. Der Pro­zess der Mei­nungs­bil­dung wäre gefähr­det, wenn das schrift­li­che Votum als Dis­kus­si­ons­bei­trag eines Mit­glieds der Beschluss­ab­tei­lung, die als Kol­le­gi­al­or­gan ent­schei­det, geson­dert der Öffent­lich­keit zugäng­lich gemacht wür­de und der getrof­fe­nen Ent­schei­dung gegen­über gestellt wer­den könn­te.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 9. Mai 2019 – 7 C 34.17

  1. VG Köln, Urteil vom 28.01.2016 – 13 K 5012/​13[]
  2. OVG NRW, Urteil vom 18.10.2017 – 15 A 530/​16[]