Die Wer­bung eines Apo­the­kers

Mit der Gewäh­rung von 1‑Eu­ro-Wert­gut­schei­nen für die Ein­lö­sung von Rezep­ten über­schrei­ten Apo­the­ker die Baga­tell­gren­ze und ver­sto­ßen gegen die gesetz­li­chen Vor­schrif­ten über die Arz­nei­mit­tel­preis­bin­dung.

Die Wer­bung eines Apo­the­kers

So das Berufs­ge­richt für Heil­be­ru­fe bei dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, das acht Apo­the­kern, die mit 1‑Eu­ro-Wert­gut­schei­nen für die Ein­lö­sung von Rezep­ten gewor­ben haben, wegen Ver­sto­ßes gegen ihre Berufs­pflich­ten ermahnt und in drei Fäl­len wegen der Schwe­re des jewei­li­gen Ver­sto­ßes auch Geld­bu­ßen aus­ge­spro­chen hat. Ledig­lich in einem Fall sprach das Berufs­ge­richt eine Apo­the­ke­rin man­gels berufs­recht­li­cher Rele­vanz ihres Ver­hal­tens frei. Von der Apo­the­ker­kam­mer war ver­schie­de­nen Ber­li­ner Apo­the­kern vor­ge­wor­fen wor­den, mit der Gewäh­rung von 1‑Eu­ro-Wert­gut­schei­nen für die Ein­lö­sung von Rezep­ten gegen die gesetz­li­chen Vor­schrif­ten über die Arz­nei­mit­tel­preis­bin­dung ver­sto­ßen und dadurch ihre Berufs­pflich­ten ver­letzt zu haben. Die­se hat­ten dage­gen ein­ge­wandt, Wer­be­ga­ben für Rezep­te bis zu einem Euro je ver­schrei­bungs­pflich­ti­gem Medi­ka­ment sei­en nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs man­gels „Spür­bar­keit“ wett­be­werbs­recht­lich erlaubt. Was wett­be­werbs­recht­lich nicht spür­bar sei, kön­ne aber weder ord­nungs­recht­lich von den Auf­sichts­be­hör­den noch berufs­recht­lich gegen­über Apo­the­kern durch­ge­setzt wer­den. Die­ser Auf­fas­sung wider­sprach die Apo­the­ker­kam­mer Ber­lin hin­sicht­lich des Berufs­rechts.

In den Urteils­be­grün­dun­gen hat das Berufs­ge­richt für Heil­be­ru­fe bei dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin aus­ge­führt, dass die in Rede ste­hen­den Wer­be­maß­nah­men jeweils eine Baga­tell­gren­ze über­schrit­ten haben; daher habe Anlass zur Pflich­ten­mah­nung durch berufs­ge­richt­li­che Maß­nah­men bestan­den. Das Berufs­ge­richt hat daher in den meis­ten Fäl­len War­nun­gen – die mil­des­te berufs­ge­richt­lich zuläs­si­ge Maß­nah­me – ver­hängt.

Berufs­ge­richt für Heil­be­ru­fe bei dem Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urtei­le vom 16. April 2013 – 90 K 4.11 T u.a.