Doch kein Sport­wet­ten­ver­bot in NRW?

Das Ver­bot von Sport­wet­ten ist nach Ansicht des Ver­wal­tungs­ge­richts Köln auch auf der Grund­la­ge des aktu­ell gel­ten­den Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges rechts­wid­rig. Nach­dem das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln bereits im Novem­ber 2010 mit drei Urtei­len1 Ord­nungs­ver­fü­gun­gen auf­ge­ho­ben, die vor dem 1. Janu­ar 2008 auf der Grund­la­ge des bis zum 1. Janu­ar 2008 gel­ten­den Sport­wet­ten­ge­set­zes NRW ergan­gen waren, hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln jetzt zwei Kla­gen von pri­va­ten Sport­wet­ten­ver­mitt­lern ent­spro­chen, die gegen die Unter­sa­gung ihrer Tätig­keit auf der Grund­la­ge des aktu­ell gel­ten­den Glücks­spiel­staats­ver­tra­ges sowie des nord­rhein-west­fä­li­schen Geset­zes zur Aus­füh­rung des Staats­ver­tra­ges geklagt haben.

Doch kein Sport­wet­ten­ver­bot in NRW?

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Köln stell­te fest, dass das staat­li­che Sport­wet­ten­mo­no­pol auch nach der aktu­el­len Rechts­la­ge nicht mit der euro­pa­recht­lich ver­bürg­ten Dienst­leis­tungs­frei­heit ver­ein­bar sei. Ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len2 geht das Gericht zudem davon aus, dass die aus­län­di­schen Wett­ver­an­stal­ter und die pri­va­ten Wett­ver­mitt­ler nicht im Besitz einer Erlaub­nis nach nord­rhein-west­fä­li­schem Recht sein müs­sen, um hier Sport­wet­ten anbie­ten und ver­mit­teln zu dür­fen.

Gegen die bei­den Urtei­le ist inner­halb eines Monats nach Zustel­lung der Ent­schei­dungs­grün­de die Beru­fung an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter mög­lich, wo – bis­her aller­dings nur in den Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes – eine ande­re Auf­fas­sung zur Zuläs­sig­keit von Sport­wet­ten ver­tre­ten wird.

Ver­wal­tungs­ge­richt Köln, Urtei­le vom 5. April 2011 – 1 K 4589/​07 und 1 K 8130/​09

  1. VG Köln – 1 K 3293/​07, 1 K 3356/​07 und 1 K 3497/​06
  2. OVG NRW, Beschluss vom 22.03.2011 – 4 B 48/​11