Ein Eis­bär mit Namen "KNUD" oder "KNUT"

Es besteht wegen der Ähn­lich­keit der älte­ren deut­schen Mar­ke KNUD und KNUT – DER EISBÄR des bri­ti­sche Unter­neh­mens Knut IP Manage­ment Ltd und wegen der Iden­ti­tät oder zumin­dest Ähn­lich­keit der ver­trie­be­nen Waren und Dienst­leis­tun­gen tat­säch­lich eine Ver­wechs­lungs­ge­fahr im deutsch­spra­chi­gen Raum.

Ein Eis­bär mit Namen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Gericht der Euro­päi­schen Uni­on in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Ableh­nung des Gemein­schafts­mar­ken­am­tes (HABM), das Wort­zei­chen KNUT – DER EISBÄR als Gemein­schafts­mar­ke u. a. für Waren aus Papier und Pap­pe, Beklei­dungs­stü­cke, Schuh­wa­ren und Kopf­be­de­ckun­gen, Sport­ar­ti­kel und sport­li­che Akti­vi­tä­ten des bri­ti­schen Unter­neh­mens Knut IP Manage­ment Ltd ein­zu­tra­gen, als recht­mä­ßig ange­se­hen.

Knut ist der Name eines legen­dä­ren Eis­bä­ren, der am 5. Dezem­ber 2006 im Ber­li­ner Zoo gebo­ren wur­de und dem eine sehr brei­te Auf­merk­sam­keit in den Medi­en in Deutsch­land und dar­über hin­aus zuteil­wur­de.

Im April 2007 mel­de­te das bri­ti­sche Unter­neh­men Knut IP Manage­ment Ltd beim Gemein­schafts­mar­ken­amt (HABM) das Wort­zei­chen KNUT – DER EISBÄR als Gemein­schafts­mar­ke u. a. für Waren aus Papier und Pap­pe, Beklei­dungs­stü­cke, Schuh­wa­ren und Kopf­be­de­ckun­gen, Sport­ar­ti­kel und sport­li­che Akti­vi­tä­ten an.

Der Ber­li­ner Zoo wider­sprach die­ser Anmel­dung, da eine Gefahr von Ver­wechs­lun­gen mit der älte­ren Mar­ke KNUD bestehe, für die er eine Lizenz besit­ze und die in Deutsch­land u. a. für Bücher, Spie­le, Spiel­zeug und Pup­pen ein­ge­tra­gen sei. Eine Ver­wechs­lungs­ge­fahr liegt vor, wenn das Publi­kum glau­ben könn­te, dass die Waren oder Dienst­leis­tun­gen, für die die ein­an­der gegen­über­ste­hen­den Mar­ken benutzt wer­den, aus dem­sel­ben Unter­neh­men oder aus wirt­schaft­lich ver­bun­de­nen Unter­neh­men stam­men. Das HABM gab die­sem Wider­spruch statt. Es bestehe näm­lich zum einen wegen der Ähn­lich­keit der Zei­chen KNUD und KNUT – DER EISBÄR und zum ande­ren wegen der Iden­ti­tät oder zumin­dest Ähn­lich­keit der frag­li­chen Waren und Dienst­leis­tun­gen tat­säch­lich eine
Ver­wechs­lungs­ge­fahr im deutsch­spra­chi­gen Raum. Gegen die­se Ent­schei­dung hat die Knut IP Manage­ment Ltd Kla­ge erho­ben.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Gericht der Euro­päi­schen Uni­on aus­ge­führt, dass zum einen die in Rede ste­hen­den Waren und Dienst­leis­tun­gen teil­wei­se iden­tisch und teil­wei­se ähn­lich sind und zum ande­ren die ein­an­der gegen­über­ste­hen­den Zei­chen bei einer Gesamt­be­ur­tei­lung erheb­li­che Ähn­lich­kei­ten ins­be­son­de­re des­halb auf­wei­sen, weil die maß­geb­li­chen Ver­kehrs­krei­se sich vor allem an den über­ein­stim­men­den Anfang der Mar­ken, im vor­lie­gen­den Fall die Ele­men­te "KNUD" und "KNUT", erin­nern. Daher konn­te das HABM rechts­gül­tig zu dem Schluss gelan­gen, dass zwi­schen den Zei­chen kein hin­rei­chen­der Unter­schied besteht, um beim betrof­fe­nen Publi­kum jede Gefahr von Ver­wechs­lun­gen zwi­schen der älte­ren Mar­ke und der Anmel­de­mar­ke zu ver­mei­den.

Gericht der Euro­päi­schen Uni­on, Urteil vom 16. Sep­tem­ber 2013 – T‑250/​10, Knut IP Manage­ment Ltd /​HABM