Ein Schön­heits­chirug ist kein Zahn­arzt

Ein auch als sog. Schön­heits­chir­urg täti­ger Mund‑, Kie­fer- und Gesichts­chir­urg braucht grund­sätz­lich die dop­pel­te Appro­ba­ti­on als Arzt und Zahn­arzt, wenn er zahn­me­di­zi­nisch tätig sein will.

Ein Schön­heits­chirug ist kein Zahn­arzt

In einem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den ent­schie­de­nen Fall ist der 54-jäh­ri­ge Klä­ger als Mund‑, Kie­fer- und Gesichts­chir­urg in Bie­le­feld tätig. Nach dem Stu­di­um der Human­me­di­zin hat­te er im Jah­re 1988 die ärzt­li­che Appro­ba­ti­on erhal­ten und darf seit 1996 die Gebiets­be­zeich­nung "Mund-Kie­fer-Gesichts­chir­ur­gie" füh­ren. Sei­ne Ver­su­che, auch die zahn­ärzt­li­che Appro­ba­ti­on, d.h. die Erlaub­nis, dau­er­haft und selbst­stän­dig als Zahn­arzt zu arbei­ten, zu erhal­ten, schei­ter­ten im Jah­re 1999.

Nach­dem die Zahn­ärz­te­kam­mer West­fa­len-Lip­pe den Klä­ger wegen Aus­übung der Zahn­heil­kun­de ohne zahn­ärzt­li­che Appro­ba­ti­on oder Berufs­er­laub­nis ange­zeigt hat­te, hat der Klä­ger beim Ver­wal­tungs­ge­richt geklagt, um fest­stel­len zu las­sen, dass er im Rah­men sei­nes Fach­ge­biets als Mund‑, Kie­fer- und Gesichts­chir­urg auch zahn­me­di­zi­nisch tätig sein darf. Er ver­trat dazu die Auf­fas­sung, auf dem Gebiet der Mund‑, Kie­fer- und Gesichts­chir­ur­gie könn­ten medi­zi­ni­sche und zahn­me­di­zi­ni­sche Tätig­kei­ten nicht immer genau von­ein­an­der getrennt wer­den.

Die zustän­di­ge 7. Kam­mer hat die Kla­ge abge­wie­sen und dar­ge­legt, dass Mund‑, Kie­fer- und Gesichts­chir­ur­gen sowohl die medi­zi­ni­sche als auch die zahn­me­di­zi­ni­sche Appro­ba­ti­on besit­zen müs­sen, wenn sie in zahn­me­di­zi­ni­schen Berei­chen tätig sein wol­len. Der Wort­laut des Zahn­heil­kun­de­ge­set­zes sei inso­weit ein­deu­tig. Wer Zahn­heil­kun­de – auch nur in Teil­be­rei­chen – dau­ernd aus­üben wol­le, müs­se eine ent­spre­chen­de Appro­ba­ti­on besit­zen. Die vom Klä­ger geführ­te Gebiets­be­zeich­nung "Mund-Kie­fer-Gesichts­chir­ur­gie" ver­mö­ge die zahn­ärzt­li­che Appro­ba­ti­on nicht zu erset­zen.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig.

Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den, Urteil vom 14. Mai 2007, 7 K 3250/​06