Ein­kom­mens­er­gän­zung durch die Län­der­no­tar­kas­se

Die Län­der­no­tar­kas­se kann die Ein­kom­mens­er­gän­zung durch Sat­zung auch für in der Ver­gan­gen­heit lie­gen­de Zeit­räu­me absen­ken, sofern nicht die Gren­zen des ver­fas­sungs­recht­lich ver­an­ker­ten Ver­trau­ens­schut­zes über­schrit­ten wer­den.

Ein­kom­mens­er­gän­zung durch die Län­der­no­tar­kas­se

Eine der Kon­stel­la­tio­nen, in denen schutz­wür­di­ges Ver­trau­en in den Fort­be­stand einer güns­ti­gen Rechts­la­ge grund­sätz­lich nicht besteht, sind die Fäl­le, in denen die nach­tei­li­gen Rechts­fol­gen mit einer neu­en Sat­zung nicht erst­ma­lig ange­ord­net wer­den, son­dern ein gleich­ar­ti­ger Rege­lungs­ver­such vor­an­ge­gan­gen ist und die neu beschlos­se­ne Sat­zung ledig­lich die frü­he­re, auf unvoll­kom­me­ner recht­li­cher Grund­la­ge erlas­se­ne ersetzt [1].

Seit der 2004 mit Wir­kung zum 1. Janu­ar 2005 – aller­dings unwirk­sam – beschlos­se­nen Begren­zung der Ein­kom­mens­er­gän­zung auf das R 1-Gehalt eines säch­si­schen Rich­ters in der Ein­gangs­stu­fe mit glei­chem Fami­li­en­stand ist dem betrof­fe­nen Per­so­nen­kreis bekannt, dass die Län­der­no­tar­kas­se unmiss­ver­ständ­lich und nach­hal­tig das Ziel ver­folg­te, das Niveau der Ein­kom­mens­er­gän­zung abzu­sen­ken.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. Juni 2010 – NotZ 9/​09

  1. Fort­füh­rung von BGH, Beschluss vom 14.04.2008 – NotZ 105/​07[]