Erin­ne­rungs­wer­bung für Arz­nei­mit­tel im Inter­net

Besteht zwi­schen den Par­tei­en kein Streit dar­über, dass die Pflicht­an­ga­ben nach § 4 Abs. 1 HWG in der bean­stan­de­ten Wer­bung feh­len, son­dern strei­ten sie nur dar­über, in wel­chem Umfang durch die kon­kre­te Ver­let­zungs­hand­lung nach der so genann­ten Kern­theo­rie eine Wie­der­ho­lungs­ge­fahr auch für ande­re Hand­lungs­for­men begrün­det wird, in denen das Cha­rak­te­ris­ti­sche der bean­stan­de­ten Wer­bung zum Aus­druck kommt, so führt die Bezug­nah­me auf das Feh­len der gemäß § 4 Abs. 1 HWG vor­ge­schrie­be­nen Pflicht­an­ga­ben in der For­mu­lie­rung des Ver­bots­an­trags nicht zu des­sen Unbe­stimmt­heit.

Erin­ne­rungs­wer­bung für Arz­nei­mit­tel im Inter­net

Die Richt­li­nie 2001/​83/​EG zur Schaf­fung eines Gemein­schafts­ko­de­xes für Human­arz­nei­mit­tel schreibt den Mit­glied­staa­ten nicht vor, dass eine Erin­ne­rungs­wer­bung aus­schließ­lich Anga­ben ent­hal­ten darf, die der Pro­dukt­iden­ti­fi­zie­rung die­nen.

Die in § 4 Abs. 5 Satz 2 HWG gere­gel­te Frei­stel­lung von der grund­sätz­li­chen Ver­pflich­tung, die in § 4 Abs. 1 HWG genann­ten Anga­ben in die Wer­bung auf­zu­neh­men, gilt für Wer­bung im Inter­net nur dann, wenn sie nach Art eines Video­clips in beweg­ten Bil­dern dar­ge­stellt wird, nicht dage­gen auch dann, wenn sie in ste­hen­den Bil­dern und Tex­ten prä­sen­tiert wird.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. April 2010 – I ZR 202/​07