Fehler bei der Existenzgründung: Daran scheitern Jungunternehmer

Auch Steve Jobs und Henry Ford scheiterten zu Beginn ihrer Karriere mit ihren Startups – in Deutschland stellt die Existenzgründung für Jungunternehmer eine ebenso große Herausforderung dar. Doch gilt jedes neue Unternehmen als Startup? Und welche klassischen Fehler lassen sich vermeiden? Hier erfahren Sie alles zum Thema Existenzgründung und Startup!

Fehler bei der Existenzgründung: Daran scheitern Jungunternehmer

Gilt jedes neue Unternehmen als Startup?

Grundsätzlich sind Startups nur eine Untergruppe von Unternehmen. Der Begriff Startup definiert junge Unternehmen, die eine innovative Idee realisieren. Startup-Unternehmen in Deutschland sind laut Statista im Schnitt 2,6 Jahre alt und beschäftigen 17,6 Mitarbeiter. Die Unternehmen weisen in der Regel ein hohes Wachstumspotenzial auf und die Ressourcen wie die Anzahl der Mitarbeiter sind begrenzt. Gleichzeitig spielt das Thema Wachstum für Startups eine wichtige Rolle, da vielerorts in der Frühphase des Unternehmens Wachstum wichtiger ist als Gewinn.  

Dabei ist nicht jedes neue Unternehmen als Startup zu betiteln. Freelancer oder Unternehmen wie Reinigungsfirmen verfügen über ein geringes Wachstumspotenzial und gelten aus diesen Gründen nicht als Startup. Gleichzeitig ist der Gewinn in diesen Unternehmen, insbesondere am Anfang, von größerer Bedeutung.

Woran scheitern Jungunternehmer?

Laut dem Deutschen Startup Monitor 2021 schaffen Startups viele Arbeitsplätze in Deutschland. Allerdings scheitern Startups von Jungunternehmern auch häufig. Welche klassischen Fehler sollten Jungunternehmer nun vermeiden?

Weiterlesen:
Der Steuerberater als ehrenamtlicher Geschäftsführer im Profifussball

Fehler 1: Die Gründung mit guten Freunden

Die fehlerhafte Besetzung von Schlüsselpositionen in einem jungen Unternehmen ist ein häufig begangener Fehler von Jungunternehmern. Wer Positionen aufgrund von freundschaftlichen Beziehungen besetzt, steht früher oder später vor Herausforderungen.

Denn eine Freundschaft ist keine Basis für eine Geschäftsbeziehung und den erhofften geschäftlichen Erfolg. Aus diesem Grund ist die Besetzung von Positionen, die nicht nur ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein, sondern auch die entsprechende Expertise und Berufserfahrung voraussetzen, durch Freunde problematisch.

Fehler 2: Der Verzicht auf die rechtliche Betreuung

Viele junge Gründer verfügen bei der Existenzgründung über keine hohen finanziellen Rücklagen. Deshalb hat es Priorität, den Kostenaufwand zu Beginn zu reduzieren. Wer allerdings aus Kostengründen darauf verzichtet, von einer kompetenten Betreuung durch einen Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht zu profitieren, verliert schnell an Begeisterung und wird mit Startschwierigkeiten aufgrund von Unwissen belohnt.

Entstehen etwa Unklarheiten in Bezug auf Gründungszuschüsse oder bei Verträgen mit Geschäftspartnern, verfliegt der anfängliche Optimismus schnell. Zudem besteht die Gefahr, dass erfahrene Geschäftsleute das fehlende Know-how des Gründers zu ihren Gunsten nutzen.

Weiterhin wächst mit jedem Kundenauftrag das Arbeitspensum, sodass keine Zeit bleibt, sich in rechtliche Thematiken einzulesen. Eine professionelle Steuer- und Rechtsberatung ist daher zu empfehlen. Gute Erfahrungen machen Jungunternehmer, sofern sie sich von einem Fachanwalt für Handelsrecht beraten lassen. Dieser kennt bestimmte Problemstellungen und kann die Jungunternehmer dementsprechend gezielt unterstützen.  

Weiterlesen:
Keine Lotto-Werbung auf Bussen

Fehler 3: Die Preiskalkulation unterschätzen

Wer ein eigenes Unternehmen gründet, träumt von hohen Umsätzen. Allerdings können Erfolge dazu verleiten, dass das Unternehmen zu schnell wächst. Die Zahl der Mitarbeiter und die Kosten fallen damit stetig höher aus. Die Einnahmen wachsen jedoch nicht automatisch prozentual zu den Ausgaben.

Wenn der Businessplan dann auch noch Widersprüche aufweist und sich in den ersten Jahren für Investoren offenbart, dass das Projekt aufgrund von Durststrecken zum Scheitern verurteilt ist, kann die falsche Preiskalkulation das gesamte Unternehmen vernichten.

Die Lösung: Junge Unternehmen sollten gemächlich wachsen. In diesem Zusammenhang spricht man von den sogenannten Lean-Startups. Bei diesem Konzept hat die Sicherheit Priorität. So wird eine möglichst berechenbare Entwicklung des Unternehmens angestrebt und auf zusätzliche Ausgaben verzichtet.

Fehler 4: Das Verhalten in Krisenzeiten nicht definieren

Ziele und Strategien sollten zu Beginn klar formuliert und kommuniziert werden. Zeitgleich sollten nicht nur die Gründer die Zielsetzungen und Strategieentwicklungen untereinander besprechen, sondern auch die jeweiligen Investoren rechtzeitig und ausführlich über alle kommenden Schritte informieren.

Fehlt diese Transparenz und kommt es infolgedessen zu einem Streit mit den Geldgebern, ist ein Krisenmanagement durch erfahrene Mitarbeiter notwendig. Existieren keine Mitarbeiter mit der entsprechenden Expertise und Berufserfahrung, kann das Projekt aufgrund von Unstimmigkeiten scheitern.

Aus diesem Grund hat es Priorität, bereits vor oder kurz nach der Gründung festzulegen, wie sich das Unternehmen in kritischen Situationen verhält. Kommt es zum Streit mit Geldgebern, kann dann auf schriftliche und rechtskräftige Vorgehensweisen verwiesen und entsprechend gehandelt werden.

Weiterlesen:
Die perfekte Versicherung für Gründer finden: Darauf sollten Sie achten bei der Wahl des Versicherers

Fazit

Nicht jedes neue Unternehmen gilt als Startup. Gleichwohl stehen Jungunternehmer eines Startups oder eines neuen Unternehmens vor diversen Herausforderungen. Um den Erfolg des Unternehmens voranzutreiben, sollten Schlüsselpositionen durch kompetentes Fachpersonal besetzt werden. Gleichzeitig sollte eine rechtliche Beratung durch einen Rechtsanwalt in Anspruch genommen werden. Auch Preiskalkulationen oder ein falsches Krisenmanagement gefährden Startups und neue Unternehmen.

Bildnachweis: