File­sha­ring – und die Abmahn­kos­ten

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist das für die Bestim­mung des Gegen­stands­werts eines urhe­ber­recht­li­chen Unter­las­sungs­an­spruchs maß­geb­li­che Inter­es­se des Rechts­in­ha­bers an der Unter­las­sung wei­te­rer urhe­ber­recht­li­cher Ver­stö­ße pau­scha­lie­rend unter Berück­sich­ti­gung der Umstän­de des Ein­zel­fal­les zu bewer­ten und wird maß­geb­lich durch die Art des Ver­sto­ßes, ins­be­son­de­re sei­ne Gefähr­lich­keit und Schäd­lich­keit für den Rechts­in­ha­ber bestimmt.

File­sha­ring – und die Abmahn­kos­ten

Anhalts­punk­te hier­für sind der wirt­schaft­li­che Wert des ver­letz­ten Rechts sowie die Inten­si­tät und der Umfang der Rechts­ver­let­zung. Zu den bei der Bemes­sung des Gegen­stands­werts zu berück­sich­ti­gen­den Umstän­den zäh­len die Aktua­li­tät und Popu­la­ri­tät des betrof­fe­nen Werks und der Umfang der vom Rechts­in­ha­ber bereits vor­ge­nom­me­nen Aus­wer­tung.

Wird ein durch­schnitt­lich erfolg­rei­cher Spiel­film nicht all­zu lan­ge nach sei­nem Erschei­nungs­ter­min wider­recht­lich öffent­lich zugäng­lich gemacht, so ist regel­mä­ßig ein Gegen­stands­wert des Unter­las­sungs­an­spruchs von nicht unter 10.000 € ange­mes­sen.

Liegt die Ver­let­zungs­hand­lung noch vor dem Beginn der Aus­wer­tung mit­tels DVD, kann auch ein höhe­rer Gegen­stands­wert anzu­neh­men sein 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Janu­ar 2017 – I ZR 265/​15

  1. vgl. BGH, Urteil vom 12.05.2016 – I ZR 1/​15, GRUR 2016, 1275 Rn. 33, 59 = WRP 2016, 1525 – Tannöd[]
  2. BGBl I, S. 3714, 3716[]