Finanz­markt­sta­bi­li­sie­rungs­er­gän­zungs­ge­setz – oder: Lex Hypo Real Esta­te

Das Bun­des­ka­bi­nett hat den Ent­wurf für ein Gesetz zur wei­te­ren Sta­bi­li­sie­rung des Finanz­mark­tes (Finanz­markt­sta­bi­li­sie­rungs­er­gän­zungs­ge­setz – FMS­tErgG) auf den par­la­men­ta­ri­schen Weg gebracht.

Finanz­markt­sta­bi­li­sie­rungs­er­gän­zungs­ge­setz – oder: Lex Hypo Real Esta­te

Durch das im Okto­ber 2008 ver­ab­schie­de­te Finanz­markt­sta­bi­li­sie­rungs­ge­setz (FMStG) wur­de der Finanz­markt­sta­bi­li­sie­rungs­fonds ein­ge­rich­tet mit dem Ziel, zur Sta­bi­li­sie­rung des deut­schen Finanz­mark­tes bei­getra­gen.

Die Erfah­run­gen der ver­gan­ge­nen Mona­te haben aber, so das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um in der Begrün­dung zu dem neu­en Gesetz­ent­wurf, auch gezeigt, dass der Fonds eine Grund­la­ge für eine fle­xi­ble­re Hand­ha­bung der vor­han­de­nen Sta­bi­li­sie­rungs­in­stru­men­te braucht. Aus die­sem Grund sieht der Gesetz­ent­wurf vor allem Ver­bes­se­run­gen bei den Begleit­re­ge­lun­gen im Gesell­schafts­recht vor, damit die Sta­bi­li­sie­rungs­maß­nah­men zukünf­tig schnel­ler grei­fen kön­nen. Die­se Ände­run­gen gel­ten nur für Unter­neh­men, die die Leis­tun­gen des Sta­bi­li­sie­rungs­fonds in Anspruch neh­men wol­len.

Dar­über­hin­aus ist jedoch deut­lich gewor­den, dass es Fäl­le gibt, in denen sich Sta­bi­li­sie­rungs­maß­nah­men auf zivil­recht­li­chem Wege nicht mit der not­wen­di­gen Trans­ak­ti­ons­si­cher­heit umset­zen las­sen.

Um das öffent­li­ches Gut „Finanz­markt­sta­bi­li­tät“ zu sichern, schafft der Gesetz­ent­wurf daher eine Mög­lich­keit, als „Ulti­ma ratio“ Antei­le an einem Unter­neh­men des Finanz­sek­tors und Wert­pa­pier­port­fo­li­en gegen ange­mes­se­ne Ent­schä­di­gung zu ver­staat­li­chen. Die Ent­eig­nung ist indes nur zuläs­sig, wenn ande­re recht­lich und wirt­schaft­lich zumut­ba­re Lösun­gen zur Siche­rung der Finanz­markt­sta­bi­li­tät nicht zur Ver­fü­gung ste­hen. Die im Gesetz­ent­wurf vor­ge­se­he­ne Mög­lich­keit, ein Ent­eig­nungs­ver­fah­ren ein­zu­lei­ten, endet am 30. Juni 2009.