Fle­xi­tanks – oder: die außer­or­dent­li­che Kün­diug­ng eines Know-How-Ver­tra­ges

Für die Beur­tei­lung der Fra­ge, ob die außer­or­dent­li­che Kün­di­gung eines Know-how-Lizenz­ver­trags inner­halb einer ange­mes­se­nen Frist im Sin­ne von § 314 Abs. 3 BGB erfolgt ist, kann die zwei­wö­chi­ge Aus­schluss­frist des § 626 Abs. 2 BGB nicht als Maß­stab her­an­ge­zo­gen wer­den.

Fle­xi­tanks – oder: die außer­or­dent­li­che Kün­diug­ng eines Know-How-Ver­tra­ges

Ist ein Know-how-Lizenz­ver­trag wegen einer vom Kün­di­gungs­geg­ner zu ver­tre­ten­den Ver­trags­ver­let­zung wirk­sam aus wich­ti­gem Grund gekün­digt wor­den, hat der Kün­di­gen­de Anspruch auf Scha­dens­er­satz wegen ent­gan­ge­ner Lizenz­ein­nah­men für den Zeit­raum bis zum ers­ten Ter­min, zu dem der Schuld­ner sich durch ordent­li­che Kün­di­gung vom Ver­trag hät­te lösen kön­nen. Die­ser Scha­dens­er­satz­an­spruch darf nicht schon dem Grun­de nach mit der Erwä­gung ein­ge­schränkt wer­den, die Tätig­keit des Gläu­bi­gers sei nicht für die gesam­te Ver­trags­lauf­zeit kau­sal für den wirt­schaft­li­chen Erfolg.

Ein Schuld­ner, der auf­grund einer zur frist­lo­sen Kün­di­gung füh­ren­den Ver­trags­ver­let­zung zu Scha­dens­er­satz, Aus­kunft und Rech­nungs­le­gung ver­pflich­tet ist, hat dem Gläu­bi­ger zur Berech­nung der Scha­dens­hö­he zumin­dest die­je­ni­gen Aus­künf­te zu ertei­len, zu deren Ertei­lung er auf­grund des Ver­tra­ges bei des­sen ord­nungs­ge­mä­ßer Durch­füh­rung ver­pflich­tet gewe­sen wäre.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Novem­ber 2010 – Xa ZR 48/​09