Rei­se­be­stä­ti­gung – vor­aus­sicht­li­che Abflug- und Lan­de­zei­ten

Ein Rei­se­ver­an­stal­ter darf, wie jetzt der Bun­des­ge­richts­hof klar stell­te, in einer Rei­se­be­stä­ti­gung davon abse­hen, genaue Uhr­zei­ten für Hin- und Rück­flug anzu­ge­ben.

Rei­se­be­stä­ti­gung – vor­aus­sicht­li­che Abflug- und Lan­de­zei­ten

Dem lag eine Kla­ge des Bun­des­ver­band der Ver­brau­cher­zen­tra­len und Ver­brau­cher­ver­bän­de zugrun­de, der von der beklag­ten Rei­se­ver­an­stal­te­rin ver­langt, es zu unter­las­sen, an Ver­brau­cher Bestä­ti­gun­gen über den Abschluss eines Rei­se­ver­trags zu über­mit­teln, ohne die vor­aus­sicht­li­che Zeit der Abrei­se (Abflug) und der Rück­kehr (Lan­dung des Rück­flugs) anzu­ge­ben. Er wen­det sich ins­be­son­de­re gegen die blo­ße Anga­be eines Hin- und Rück­flug­da­tums mit dem Zusatz "Genaue Flug­zei­ten noch nicht bekannt!".

In den Vor­in­stan­zen haben das Land­ge­richt Düs­sel­dorf 1 und das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf 2 die Kla­ge abge­wie­sen. Der Bun­des­ge­richts­hof hat die­se Düs­sel­dor­fer Ent­schei­dun­gen bestä­tigt, die dage­gen gerich­te­te Revi­si­on des Klä­gers zurück­ge­wie­sen und ent­schie­den, dass die bean­stan­de­ten Anga­ben nicht gegen die Vor­ga­ben in § 6 Abs. 2 Nr. 2 BGB-InfoV ver­sto­ßen.

Der "Vor­läu­fi­ge" Flug­zei­ten">Bundesgerichtshof hat schon im Dezem­ber 2013 ent­schie­den, dass die­se Vor­schrift kei­ne inhalt­li­chen Anfor­de­run­gen an Rei­se­ver­trä­ge ent­hält, son­dern ledig­lich fest­legt, dass der Rei­sen­de über den Inhalt des geschlos­se­nen Rei­se­ver­trags infor­miert wer­den muss 3.

In einem Rei­se­ver­trag kann ver­ein­bart wer­den, dass die genau­en Zeit­punk­te für die Hin- und Rück­rei­se, ins­be­son­de­re die genau­en Uhr­zei­ten, erst zu einem spä­te­ren Zeit­punkt fest­ge­legt wer­den. Wenn die Ver­trags­par­tei­en beim Abschluss des Rei­se­ver­trags ledig­lich das Datum ver­ein­ba­ren, den genau­en Zeit­punkt aber weder durch Anga­be einer fes­ten Uhr­zeit noch durch sons­ti­ge Vor­ga­ben (z. B. "vor­mit­tags", "abends") fest­le­gen, muss auch die Rei­se­be­stä­ti­gung kei­ne dar­über hin­aus­ge­hen­den Anga­ben ent­hal­ten. Die Anga­be "Genaue Flug­zei­ten noch nicht bekannt!" gibt in sol­chen Fäl­len den Inhalt des Rei­se­ver­trags zutref­fend wie­der und ist des­halb nicht zu bean­stan­den. Anhalts­punk­te dafür, dass die Beklag­te die­se Anga­be auch in Fäl­len ver­wen­det hat, in denen der Rei­se­ver­trag wei­ter­ge­hen­de Fest­le­gun­gen ent­hielt, lagen nach den rechts­feh­ler­frei­en Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts nicht vor.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 16. Sep­tem­ber 2014 – X ZR 1/​14

  1. LG Düs­sel­dorf, Urteil vom 04.07.2012 – 12 O 223/​11[]
  2. OLG Düs­sel­dorf, Urteil vom 22.11.2013 – I7 U 271/​12[]
  3. BGH, Urteil vom 10.12 2013 – – X ZR 24/​13, NJW 2014, 1168 = RRa 2014, 132, Rn. 24 ff.[]