"Frau­en­tausch" und die Ver­let­zung des Per­sön­lich­keits­rechts

Wegen Miss­ach­tung des Per­sön­lich­keits­rechts kann die erneu­te Aus­strah­lung einer TV-Sen­dung dann unter­sagt wer­den, wenn eine Per­son, die an einer TV-Doku­men­ta­ti­ons-Serie mit­ge­wirkt hat, trotz Ein­wil­li­gungs­er­klä­rung nicht damit rech­nen muss, dass die Auf­nah­men zum aus­schließ­li­chen Zweck der Ver­spot­tung nach­träg­lich bear­bei­tet wer­den.

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So die Ent­schei­dung des Land­ge­richts Ber­lin in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Kla­ge einer Frau, die mit ihrer Fami­lie an der Pro­duk­ti­on der TV-Serie "Frau­en­tausch" mit­ge­wirkt hat­te und sich durch die Art der Dar­stel­lung in ihrem Per­sön­lich­keits­recht ver­letzt sah. Mit ihrer Kla­ge ver­lang­te die Frau eine finan­zi­el­le Ent­schä­di­gung in Höhe von min­des­tens 15.000 Euro.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Ber­lin habe die Klä­ge­rin zwar vor Pro­duk­ti­on der Sen­dung eine Ein­wil­li­gungs­er­klä­rung gegen­über der Pro­duk­ti­ons­fir­ma abge­ge­ben. Dar­in sei von einer „TV-Doku­men­ta­ti­ons-Serie“ die Rede gewe­sen, die vor­ran­gig einen Doku­men­ta­ti­ons­cha­rak­ter haben sol­le. Tat­säch­lich sei­en die Auf­nah­men dann so nach­be­ar­bei­tet wor­den, dass die Klä­ge­rin gezielt lächer­lich gemacht wor­den sei. Sie sei als über­for­der­te und geis­tig ver­wirr­te, bei ihren Kin­dern unbe­lieb­te Mut­ter der prak­tisch ver­an­lag­ten, sym­pa­thi­schen und ordent­li­chen Tauschmut­ter gegen­über gestellt wor­den. Mit der­ar­ti­gen nach­träg­li­chen Bear­bei­tun­gen zum aus­schließ­li­chen Zweck der Ver­spot­tung habe sie nicht rech­nen müs­sen.

Aller­dings sei nach Ansicht des Land­ge­richts die Miss­ach­tung des Per­sön­lich­keits­rechts nicht so schwer­wie­gend, dass eine finan­zi­el­le Ent­schä­di­gung gebo­ten sei und wies die Kla­ge inso­weit ab.

Land­ge­richt Ber­lin, Urteil vom 26. Juli 2012 – 27 O 14/​12