Freund­li­cher Bär vs. bana­li­sier­te Comic­fi­gur – Bud­dy Bär 2 ist kein Ted­dy

Das Ober­lan­des­ge­richt Hamm hat­te sich mit der Fra­ge zu befas­sen, ob die Aus­stel­lung, die Bewer­bung und der Ver­trieb der Por­zel­lan-Figur „Ted­dy“ eine Ver­let­zung der für die Figur „Bud­dy Bär 2“ bestehen­den Geschmacks­mus­ter­rech­te dar­stellt.

Freund­li­cher Bär vs. bana­li­sier­te Comic­fi­gur – Bud­dy Bär 2 ist kein Ted­dy

Die Par­tei­en bewer­ben und ver­trei­ben jeweils wei­ße Por­zel­lan bzw. aus por­zel­lan­ar­ti­gem Mate­ri­al her­ge­stell­te Figu­ren, die einen auf­recht ste­hen­den Bär dar­stel­len. Die Figur "Bud­dy Bär 2" eines Ber­li­ner Her­stel­lers ist zuguns­ten der Antrag­stel­ler geschmacks­mus­ter­recht­lich geschützt. Die Antrag­stel­ler sehen in der von der Antrags­geg­ne­rin, einem Unter­neh­men aus dem Müns­ter­land, gewerb­lich genutz­ten Figur „Ted­dy“ ein Pla­gi­at ihrer geschütz­ten Figur und haben Unter­las­sungs­an­sprü­che gel­tend gemacht.

Nach­dem bereits das erst­in­stanz­lich mit dem Rechts­streit befass­te Land­ge­richt Bie­le­feld dies ver­neint hat­te [1], sah auch das Ober­lan­des­ge­richt in Hamm nun kei­ne Ver­let­zung bestehen­der Geschmacks­mus­ter­rech­te: Denn wäh­rend "Bud­dy Bär 2" ein rela­tiv freund­li­cher Bär sei, der aber eine gewis­se Ernst­haf­tig­keit und Stren­ge auch durch die kan­ti­ge Gestal­tung bei­be­hal­te, wir­ke "Ted­dy" eher wie eine bana­li­sier­te Comic­fi­gur, ent­schied das Ober­lan­des­ge­richt nach einer umfas­sen­den Betrach­tung der prä­gen­den Gestal­tungs­merk­ma­le.

Nach den Vor­schrif­ten des Geschmacks­mus­ter­ge­set­zes steht dem Rechts­in­ha­ber das aus­schließ­li­che Recht zu, das Mus­ter zu benut­zen und Drit­ten zu ver­bie­ten, es ohne sei­ne Zustim­mung zu ver­wen­den. Die­se Rech­te sind nach der Ein­schät­zung des Ober­lan­des­ge­richts Hamm damit nicht ver­letzt. Dafür wäre erfor­der­lich gewe­sen, dass sicht­ba­re Merk­ma­le, die den Gesamt­ein­druck des geschütz­ten Mus­ters „Bud­dy Bär 2“ bestim­men, von der Figur „Ted­dy“ über­nom­men wur­den.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urteil vom 24.02.2011, I‑4 U 192/​10

  1. LG Bie­le­feld, Urteil vom 14.09.2010 – 4 O 524/​10[]