Früh­bu­cherra­batt für Spät­bu­cher

Das Wei­ter­ge­wäh­ren eines zunächst zeit­lich befris­te­ten Preis­vor­teils muss kei­ne irre­füh­ren­de Wer­bung sein. So liegt nach einem Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Hamm auch in der Ver­län­ge­rung eines Früh­bu­cherra­bat­tes kei­ne irre­füh­ren­de Wer­bung.

Früh­bu­cherra­batt für Spät­bu­cher

In dem zugrun­de lie­gen­den Fall hat­te die Beklag­te, die Kin­der- und Jugend­rei­sen anbie­tet, auf ihrer Inter­net­sei­te eine Rei­se mit einem zeit­lich befris­te­ten Früh­bu­cherra­batt ange­prie­sen. Auch nach Ablauf der Frist wur­de der Preis­nach­lass zunächst wei­ter ein­ge­räumt. Der Klä­ger, eine Ver­brau­cher­zen­tra­le, sah dar­in eine irre­füh­ren­de Wer­bung, der Wer­ben­de müs­se sich an die von ihm gege­be­ne zeit­li­che Begren­zung hal­ten und anschlie­ßend den Preis erhö­hen.

Die von der Ver­brau­cher­zen­tra­le erho­be­ne Unter­las­sungs­kla­ge blieb erst­in­stanz­lich vor dem Land­ge­richt Bie­le­feld ohne Erfolg ((LG Bie­le­feld, Urteil vom 05.03.2010 – 17 O 191/​09). Auf die Beru­fung der Ver­brau­cher­zen­tra­le bestä­tig­te nun das Ober­lan­des­ge­richt Hamm die­se Ent­schei­dung und beur­teil­ten die bean­stan­de­te Wer­bung eben­falls als nicht irre­füh­rend.

Zum maß­geb­li­chen Zeit­punkt des Erschei­nens der in die Zukunft gerich­te­ten Wer­be­aus­sa­ge sei die­se aus der pro­gnos­ti­schen Sicht des Wer­ben­den rich­tig, da die Beklag­te den Rabatt bis zum Ende der Frist habe gewäh­ren wol­len, so das OLG Hamm. Ent­wick­le sich die Markt­la­ge uner­war­tet, kön­ne der gut­gläu­big Wer­ben­de auch noch nach Frist­ab­lauf zuguns­ten der Ver­brau­cher Preis­nach­läs­se gewäh­ren und sei dar­an nicht aus Irre­füh­rungs­ge­sichts­punk­ten gehin­dert.

Ober­lan­des­ge­richt Hamm, Urteil vom 2. Sep­tem­ber 2010 – I-4 U 52/​10