Fuß­ball als Glücks­spiel

Das Inter­net­spiel "Super-Mana­ger" ist nach einem im Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes ergan­ge­nen Beschluss des Baye­ri­schen Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs ein öffent­li­ches Glücks­spiel und darf daher von der zustän­di­gen Behör­de unter­sagt wer­den.

Fuß­ball als Glücks­spiel

Die Antrag­stel­le­rin ver­an­stal­tet auf ihrer Inter­net­sei­te das soge­nann­te Bun­des­li­ga-Mana­ger-Spiel, bei dem par­al­lel zur lau­fen­den Sai­son der Fuß­ball­bun­des­li­ga meh­re­re Prei­se, dar­un­ter der Haupt­ge­winn von 100.000 € aus­ge­wor­fen wer­den. Der Spiel­ein­satz beträgt 7,99 €. Der Spiel­teil­neh­mer stellt aus den Spie­lern der 1. Bun­des­li­ga ein Team zusam­men, für das an jedem Spiel­tag der Bun­des­li­ga Punk­te ver­ge­ben wer­den. Die Auf­stel­lung sei­nes Teams legt der Teil­neh­mer auf dem Inter­net­por­tal des Ver­an­stal­ters für jeden Spiel­tag selbst fest. Die vom Teil­neh­mer ein­ge­setz­ten Bun­des­li­ga­spie­ler wer­den ein­zeln nach vor­her fest­ge­leg­ten Kri­te­ri­en von einer Exper­ten­ju­ry bewer­tet. Zusätz­li­che Punk­te erhal­ten die Spie­ler nach bestimm­ten, im Ein­zel­nen fest­ge­leg­ten Spiel­ereig­nis­sen (z.B. erziel­te Tore, Gegen­to­re, gewon­ne­ne Zwei­kämp­fe, rote oder gel­be Kar­ten). Gewin­ner des Haupt­prei­ses ist, wer am Ende der Sai­son mit sei­nem Team die meis­ten Punk­te erzielt hat.

Der Frei­staat Bay­ern unter­sag­te der Antrag­stel­le­rin Ende Sep­tem­ber 2009, die­ses öffent­li­che Glücks­spiel auf Ihrer Inter­net­sei­te in Bay­ern zu ver­an­stal­ten oder zu ver­mit­teln. Hier­ge­gen erhob die Antrag­stel­le­rin Anfech­tungs­kla­ge, über die noch nicht ent­schie­den ist. Um bis zu die­ser Ent­schei­dung das Mana­ger­spiel wei­ter auf ihrer Inter­net­sei­te ver­an­stal­ten zu dür­fen, stell­te die Antrag­stel­le­rin zugleich einen Antrag auf vor­läu­fi­gen Rechts­schutz, den das Ver­wal­tungs­ge­richt Ans­bach ablehn­te.

Die­se Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ans­bach hat der Baye­ri­sche Ver­wal­tungs­ge­richts­hof in Mün­chen nun im Beschwer­de­ver­fah­ren bestä­tigt. Auch nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts­hofs weist das Inter­net­spiel "Super-Mana­ger" die Merk­ma­le eines ver­bo­te­nen öffent­li­chen Glücks­spiels im Sin­ne des Glücks­spiel­staats­ver­trags auf. Für das Mit­spie­len wer­de ein Ent­gelt ver­langt, mit dem eine Gewinn­chan­ce erwor­ben wer­de. Die Geschick­lich­keit des Teil­neh­mers bei der Zusam­men­stel­lung und Auf­stel­lung sei­nes Teams habe nur wenig Ein­fluss auf die Gewinn­mög­lich­keit. Das Zufalls­mo­ment über­wie­ge bei wei­tem. Ver­gleich­bar mit dem Glück­spiel TOTO sei der wei­te­re Ver­lauf des Mana­ger­spiels abhän­gig von künf­ti­gen Ereig­nis­sen an dem jewei­li­gen Bun­des­li­ga-Spiel­tag. Weder die Ereig­nis­se noch die spä­te­re Jury-Bewer­tung könn­ten vor­her annä­hernd sicher ein­ge­schätzt wer­den.

Baye­ri­scher Ver­wal­tungs­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. April 2010 – 10 CS 10.453

Kommentar hinterlassen

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.