Gebüh­ren­ver­ein­ba­rung des Straf­ver­tei­di­gers

Die aus dem Über­schrei­ten des fünf­fa­chen Sat­zes der gesetz­li­chen Gebüh­ren her­zu­lei­ten­de Ver­mu­tung der Unan­ge­mes­sen­heit eines ver­ein­bar­ten Ver­tei­di­ger­ho­no­rars kann durch die Dar­le­gung ent­kräf­tet wer­den, dass die ver­ein­bar­te Ver­gü­tung im kon­kre­ten Fall unter Berück­sich­ti­gung aller Umstän­de ange­mes­sen ist1.

Gebüh­ren­ver­ein­ba­rung des Straf­ver­tei­di­gers

Ver­an­lasst der Ver­tei­di­ger den Man­dan­ten mit dem Hin­weis, andern­falls das Man­dat nie­der­zu­le­gen, zum Abschluss einer die gesetz­li­chen Gebüh­ren über­schrei­ten­den Ver­gü­tungs­ver­ein­ba­rung, kann der Man­dant sei­ne Erklä­rung nur dann wegen wider­recht­li­cher Dro­hung anfech­ten, wenn ihn der Ver­tei­di­ger erst­mals unmit­tel­bar vor oder in der Haupt­ver­hand­lung mit die­sem Begeh­ren kon­fron­tiert.

Wird zuguns­ten des Rechts­an­walts ein Stun­den­ho­no­rar ver­ein­bart, hat er die wäh­rend des abge­rech­ne­ten Zeit­in­ter­valls erbrach­ten Leis­tun­gen kon­kret und in nach­prüf­ba­rer Wei­se dar­zu­le­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 4. Febru­ar 2010 – IX ZR 18/​09

  1. Modi­fi­ka­ti­on von BGHZ 162, 98