Actio pro socio und gesell­schaft­li­che Treue­pflicht

Die actio pro socio hat ihre Grund­la­ge im Gesell­schafts­ver­hält­nis und ist Aus­fluss des Mit­glied­schafts­rechts des Gesell­schaf­ters. Die Aus­übung der Kla­ge­be­fug­nis unter­liegt daher der gesell­schafter­li­chen Treue­pflicht und kann sich unter die­sem Blick­win­kel nach den kon­kre­ten Gesell­schafts­ver­hält­nis­sen, zu denen auch das Ver­hal­ten des sich auf die Befug­nis beru­fen­den Gesell­schaf­ters gehört, als rechts­miss­bräuch­lich dar­stel­len.

Actio pro socio und gesell­schaft­li­che Treue­pflicht

Unab­hän­gig davon, ob man die Befug­nis des Gesell­schaf­ters, Sozi­al­an­sprü­che der Gesell­schaft im eige­nen Namen gericht­lich gel­tend zu machen und auf Leis­tung an die Gesell­schaft zu kla­gen, dog­ma­tisch als eige­nen mate­ri­ell-recht­li­chen Anspruch des Gesell­schaf­ters oder als Form der Pro­zess­stand­schaft ein­ord­net 1, fin­det die actio pro socio ihre Grund­la­ge im Gesell­schafts­ver­hält­nis und ist Aus­fluss des Mit­glied­schafts­rechts des Gesell­schaf­ters (BGH, Urteil vom 23.03.1992 – II ZR 128/​91, ZIP 1992, 758, 760)). Die Aus­übung der Kla­ge­be­fug­nis unter­liegt daher der gesell­schafter­li­chen Treue­pflicht und kann sich unter die­sem Blick­win­kel nach den kon­kre­ten Gesell­schafts­ver­hält­nis­sen, zu denen auch das Ver­hal­ten des sich auf die Befug­nis beru­fen­den Gesell­schaf­ters gehört, als rechts­miss­bräuch­lich dar­stel­len 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 26. April 2010 – II ZR 69/​09

  1. zum Streit­stand vgl. nur Staub/​Schä­fer, HGB 5. Aufl. § 105 Rdn. 265 m.w.N.[]
  2. BGHZ 25, 47, 50; BGH, Beschluss vom 02.06.2008 – II ZR 67/​07, WM 2008, 1453, 1454[]