Aus­gleich unter Kom­man­di­tis­ten

Kom­man­di­tis­ten, die im Hin­blick auf ihre noch offe­ne Haft­sum­me nach § 171 I HGB an eine Gesell­schafts­gläu­bi­ge­rin Zah­lun­gen erbrin­gen, ohne im Innen­ver­hält­nis zur KG hier­zu ver­pflich­tet zu sein, kön­nen hier­für von der KG Aus­gleich nach §§ 110, 161 II HGB ver­lan­gen; nur wenn die KG zur Erstat­tung nicht in der Lage oder nicht bereit ist, kön­nen sie von ihren Mit­kom­man­di­tis­ten im Rah­men von deren Haft­sum­men, soweit sie noch nicht erschöpft sind, antei­lig Aus­gleich ent­spre­chend § 426 I, II BGB ver­lan­gen. Die Haf­tungs­quo­te der Kom­man­di­tis­ten im Ver­hält­nis unter­ein­an­der rich­tet sich im Zwei­fel abwei­chend von der Regel des § 426 I 1 BGB nicht nach Kopf­tei­len, son­dern nach der jewei­li­gen Ver­lust­be­tei­li­gung (st. Recht­spre­chung).

Aus­gleich unter Kom­man­di­tis­ten

Der Aus­gleichs­an­spruch der Kom­man­di­tis­ten schei­tert nicht dar­an, dass sie durch die mit der Zah­lung an die Gläu­bi­ge­rin ver­bun­de­ne Ver­min­de­rung ihrer Haft­sum­me einen eige­nen Vor­teil erfah­ren haben. Die Ver­min­de­rung der Haft­sum­me ist Fol­ge, aber nicht Kom­pen­sa­ti­on der erbrach­ten Leis­tung und stellt sicher, dass die Kom­man­di­tis­ten nicht mehr­fach auf ihre Haft­sum­me in Anspruch genom­men wer­den. Durch die Gel­tend­ma­chung der Aus­gleichs­an­sprü­che geht den Kom­man­di­tis­ten die­ser Vor­teil ent­spre­chend den jeweils dar­an auf sie ent­fal­len­den Antei­len wie­der ver­lo­ren, denn Aus­gleichs­zah­lun­gen der Mit­kom­man­di­tis­ten an die Aus­gleichs­be­rech­tig­ten ent­las­ten die­se Mit­kom­man­di­tis­ten gegen­über den Gläu­bi­gern, las­sen aber die eige­ne Außen­haf­tung der Emp­fän­ger in dem­sel­ben Umfang wie­der auf­le­ben (vgl. § 172 IV HGB).

Zur Bün­de­lung der Zah­lun­gen leis­tungs­be­rei­ter Kom­man­di­tis­ten einer not­lei­den­den Publi­kums-Immo­bi­li­en-KG an die Gläu­bi­ger­bank im Rah­men ihrer (über die Pflicht­ein­la­ge hin­aus­ge­hen­den) Haft­sum­me durch Zwi­schen­schal­tung einer Sanie­rungs-GbR, die gleich­zei­tig mit der gebün­del­ten Gel­tend­ma­chung der durch die wei­ter­ge­lei­te­ten Zah­lun­gen ent­ste­hen­den Aus­gleichs­an­sprü­che gegen die nicht leis­tungs­be­rei­ten Mit­kom­man­di­tis­ten beauf­tragt ist

Wird ein Ver­brau­cher in sei­ner Pri­vat­woh­nung von einer ande­ren Per­son als dem Unter­neh­mer zum Ver­trags­schluss bestimmt, ist nur dann von einer Haus­tür­si­tua­ti­on i.S. von § 1 I HWiG 1986 aus­zu­ge­hen, wenn eine beson­de­re “wirt­schaft­li­che Bezie­hung” zwi­schen dem Unter­neh­mer und dem Drit­ten besteht (im Anschluss an BGH 23.9.2008 – XI ZR 266/​07, WM 2008, 2162). Davon kann ent­spre­chend Art. 2 der Richt­li­nie 85/​577/​EWG nur aus­ge­gan­gen wer­den, wenn der Drit­te “im Namen und für Rech­nung” des Ver­trags­part­ners han­delt. Der Umstand, dass der Ver­mitt­ler (hier: Steu­er­be­ra­ter) gemein­sam mit einer wei­te­ren Per­son, die ihrer­seits in einer gesell­schafts­recht­li­chen Bezie­hung zu dem Unter­neh­mer steht, Teil­ha­ber einer Sozie­tät ist, reicht ohne Hin­zu­tre­ten wei­te­rer Merk­ma­le für eine “wirt­schaft­li­chen Bezie­hung” im genann­ten Sinn nicht aus.

Die fal­sche Beleh­rung über ein nicht exis­tie­ren­des gesetz­li­ches Wider­rufs­recht (hier: Feh­len einer Haus­tür­si­tua­ti­on bei der Ver­mitt­lung von KG-Betei­li­gun­gen) ver­mag für sich genom­men das ver­meint­li­che gesetz­li­che Wider­rufs­recht nicht zu begrün­den.

Han­sea­ti­sches Ober­lan­des­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 19. Juni 2009 – 11 U 210/​06