Aus­kunft über die Namen der Mit­ge­sell­schaf­ter

Bei einer Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR) kann ein Gesell­schaf­ter, auch wenn er von der Geschäfts­füh­rung aus­ge­schlos­sen ist, sich von den Ange­le­gen­hei­ten der Gesell­schaft per­sön­lich unter­rich­ten, die Geschäfts­bü­cher und die Papie­re der Gesell­schaft ein­se­hen und sich aus ihnen eine Über­sicht über den Stand des Gesell­schafts­ver­mö­gens anfer­ti­gen, § 716 BGB. Die­ses Kon­troll­recht des Gesell­schaf­ters hilft nach einem aktu­el­len Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs auch, wenn der Gesell­schaf­ter – etwa in einer grö­ße­ren Publi­kums­ge­sell­schaft – die Namen und Anschrif­ten sei­ner Mit­ge­sell­schaf­ter in Erfah­rung brin­gen will:

Aus­kunft über die Namen der Mit­ge­sell­schaf­ter

Auch bei den Namen und Anschrif­ten der Gesell­schaf­ter einer BGB-Gesell­schaft han­delt es nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs sich um eine "Ange­le­gen­heit" der Gesell­schaft im Sin­ne von § 716 Abs. 1 BGB.

Die Rege­lung in einem Gesell­schafts­ver­trag, die das Recht der Gesell­schaf­ter, Aus­kunft über die Namen und Anschrif­ten ihrer Mit­ge­sell­schaf­ter zu ver­lan­gen, aus­schließt, ist unwirk­sam. Ein schüt­zens­wer­tes Inter­es­se der Mit­ge­sell­schaf­ter unter­ein­an­der auf Anony­mi­tät besteht weder all­ge­mein noch unter daten­schutz­recht­li­chen Gesichts­punk­ten.

Und auch der Ein­wand, die Gesell­schaf­ter­da­ten sei­en nur elek­tro­nisch erfasst nützt hier wenig: Sind die Infor­ma­tio­nen, hin­sicht­lich derer der Gesell­schaf­ter sich grund­sätz­lich durch Ein­sicht in die Bücher unter­rich­ten darf, bei der Gesell­schaft in einer Daten­ver­ar­bei­tungs­an­la­ge gespei­chert, kann der Gesell­schaf­ter zum Zwe­cke der Unter­rich­tung einen Aus­druck über die gefor­der­ten Infor­ma­tio­nen ver­lan­gen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Sep­tem­ber 2009 – II ZR 264/​08