Beschluss­an­fech­tung bei der Kom­man­dit­ge­sell­schaft – und die Kla­ge­frist

Dass ein Beschluss feh­ler­frei gefasst ist, steht zwi­schen den Gesell­schaf­tern fest, wenn der Beschluss nicht inner­halb einer gesell­schafts­ver­trag­li­chen Kla­ge­frist ange­foch­ten wird.

Beschluss­an­fech­tung bei der Kom­man­dit­ge­sell­schaft – und die Kla­ge­frist

Der Gesell­schafts­ver­trag kann bestim­men, dass ein feh­ler­haf­ter Beschluss nur bin­nen einer Frist von einem Monat ange­foch­ten wer­den kann.

Durch die gesell­schafts­ver­trag­li­che Bestim­mung, dass eine Anfech­tung eines rechts­feh­ler­haf­ten Beschlus­ses nur durch Kla­ge mög­lich ist, wird aus­ge­schlos­sen, dass ein Gesell­schaf­ter sich ohne Kla­ge auf die Feh­ler­haf­tig­keit des Beschlus­ses beruft. Wenn die Frist abge­lau­fen ist, ohne dass eine Kla­ge erho­ben wor­den ist, kann ein Gesell­schaf­ter die Feh­ler­haf­tig­keit des Beschlus­ses grund­sätz­lich nicht mehr gel­tend machen. Der Beschluss ist trotz sei­ner mög­li­chen Feh­ler­haf­tig­keit dann als feh­ler­frei und rechts­wirk­sam gefasst anzu­se­hen. Das ent­spricht dem Zweck der Rege­lung, zusam­men mit der Frist rasch Klar­heit über die Wirk­sam­keit gefass­ter Beschlüs­se zu erhal­ten und zu ver­hin­dern, dass sie auch nach lan­ger Zeit immer wie­der in Zwei­fel gezo­gen wer­den kön­nen.

Das Erfor­der­nis einer Kla­ge­er­he­bung gilt auch für den Beschluss, mit dem ein Beschluss­an­trag abge­lehnt wird. Auch bei der Ableh­nung eines Beschluss­an­trags han­delt es sich um einen Beschluss 1.

Maß­ge­bend ist dabei der Beschlus­s­in­halt, wie er vom Ver­samm­lungs­lei­ter fest­ge­stellt und ver­laut­bart wur­de.

Wenn die Kla­ge, mit der die Feh­ler­haf­tig­keit eines Beschlus­ses gel­tend zu machen ist, gesell­schafts­ver­trag­lich an die kur­ze Frist von einem Monat gebun­den ist, müs­sen die Kla­ge­be­rech­tig­ten von einem bestimm­ten Beschluss­ergeb­nis als maß­ge­bend aus­ge­hen kön­nen 2. Dazu ist erfor­der­lich, dass die­ses Ergeb­nis fest­ge­stellt und ver­laut­bart wird. Davon geht regel­mä­ßig auch ein Gesell­schafts­ver­trag aus, auch wenn dies dar­in zwar nicht auch für die Beschluss­fas­sung unter Anwe­sen­den aus­drück­lich nie­der­ge­legt ist, der Gesell­schafts­ver­trag aller­dings vor­sieht, dass die Ver­samm­lung von einem Ver­samm­lungs­lei­ter, der per­sön­lich haf­ten­den Gesell­schaf­te­rin, gelei­tet wird und dass der wesent­li­che Ver­lauf der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung nebst den gefass­ten Beschlüs­sen von die­ser in einem Pro­to­koll fest­zu­hal­ten ist.

Auch dass der Beschlus­s­in­halt feh­ler­haft fest­ge­stellt ist, weil die erfor­der­li­che Mehr­heit erreicht oder nicht erreicht ist, betrifft die Feh­ler­haf­tig­keit des Beschlus­ses und ist daher bei ent­spre­chen­der gesell­schafts­ver­trag­li­cher Bestim­mung mit der Kla­ge gel­tend zu machen. Als Beschluss­man­gel kommt auch in Betracht, dass der Ver­samm­lungs­lei­ter eine qua­li­fi­zier­te Mehr­heit irrig für not­wen­dig oder nicht not­wen­dig erach­tet hat 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Okto­ber 2016 – II ZR 232/​15

  1. BGH, Urteil vom 26.10.1983 – II ZR 87/​83, BGHZ 88, 320, 328; Urteil vom 20.01.1986 – II ZR 73/​85, BGHZ 97, 28, 30[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 23.09.1996 – II ZR 126/​95, ZIP 1996, 2071, 2074[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 13.03.1980 – II ZR 54/​78, BGHZ 76, 191, 197[]