Der Aus­tritt des GmbH-Gesell­schaf­ters und das Wett­be­werbs­ver­bot

Sieht die Sat­zung einer GmbH vor, dass der Aus­tritt eines Gesell­schaf­ters der Umset­zung bedarf, behält ein Gesell­schaf­ter, der sei­nen Aus­tritt aus der Gesell­schaft erklärt hat, bis zu der erfor­der­li­chen Umset­zung sei­ne Gesell­schaf­ter­stel­lung. Er darf jedoch sei­ne Mit­glied­schafts­rech­te nur noch inso­weit aus­üben, als sein Inter­es­se am Erhalt der ihm zuste­hen­den Abfin­dung betrof­fen ist1; sei­ne Mit­glied­schafts­pflich­ten sind ent­spre­chend redu­ziert.

Der Aus­tritt des GmbH-Gesell­schaf­ters und das Wett­be­werbs­ver­bot

Ein an einen Gesell­schaf­ter gerich­te­tes umfas­sen­des Wett­be­werbs­ver­bot in dem Gesell­schafts­ver­trag einer GmbH ist im Lich­te von Art. 12 Abs. 1 GG ein­schrän­kend in dem Sin­ne aus­zu­le­gen, dass es nur bis zum – wirk­sa­men – Aus­tritt aus der Gesell­schaft bzw. bis zur Erklä­rung der Gesell­schaft, sich gegen den ohne Vor­han­den­sein eines wich­ti­gen Grun­des erklär­ten Aus­tritt des Gesell­schaf­ters nicht wen­den zu wol­len, Gül­tig­keit bean­sprucht. Die Wei­ter­gel­tung des Wett­be­werbs­ver­bots über die­sen Zeit­punkt hin­aus käme einem gegen § 138 BGB i.V.m. Art. 12 GG ver­sto­ßen­den Berufs­ver­bot gleich.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 30. Novem­ber 2009 – II ZR 208/​08

  1. Fort­füh­rung von BGHZ 88, 320