Der Bei­tritt als stil­ler Gesell­schaf­ter – und die Wider­rufs­be­leh­rung

Die Vor­schrift des § 312 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BGB aF 1 fin­det auf Ver­trä­ge über den Bei­tritt zu einer Gesell­schaft, die der Kapi­tal­an­la­ge die­nen soll, nach der vom Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on bestä­tig­ten 2 stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs Anwen­dung 3.

Der Bei­tritt als stil­ler Gesell­schaf­ter – und die Wider­rufs­be­leh­rung

Ein wirk­sa­mer Wider­ruf nach dem Voll­zug des Bei­tritts führt gemäß der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs zur Anwen­dung der Grund­sät­ze über die feh­ler­haf­te Gesell­schaft und damit zu einem etwai­gen Abfin­dungs­an­spruch des feh­ler­haft bei­getre­te­nen Gesell­schaf­ters ent­spre­chend dem Wert sei­nes Gesell­schafts­an­teils im Zeit­punkt sei­nes Aus­schei­dens.

Eine – vom Mus­ter der BGB-InfoV abwei­chen­de – Wider­rufs­be­leh­rung genügt daher nicht nicht den Anfor­de­rug­nen, wenn sie kei­nen Hin­weis auf die­se recht­li­chen Fol­gen des Wider­rufs ent­hält 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 10. Febru­ar 2015 – II ZR 163/​14

  1. in der Fas­sung vom 02.01.2002, BGBl. I 2002, 42[]
  2. EuGH, Urteil vom 15.04.2010 – C 215/​08, ZIP 2010, 772[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 18.03.2014 – II ZR 109/​13, ZIP 2014, 913 Rn. 10 mwN[]
  4. vgl. BGH, Urteil vom 18.03.2014 – II ZR 109/​13, ZIP 2014, 913 Rn. 11 mwN[]
  5. in der ab dem 1.01.2002 gel­ten­den Fas­sung[]