Der ein­ge­zo­ge­ne Geschäfts­an­teil – und die Unter­bi­lanz der GmbH

Der Beschluss über die Ein­zie­hung eines GmbH-Geschäfts­an­teils ist nich­tig, wenn im Zeit­punkt der Ein­zie­hung fest­ge­stan­den hat, dass die Beklag­te das dem Klä­ger zuste­hen­de Ein­zie­hungs­ent­gelt nicht aus frei­em Ver­mö­gen beglei­chen kann.

Der ein­ge­zo­ge­ne Geschäfts­an­teil – und die Unter­bi­lanz der GmbH

Aus­zah­lun­gen an aus­ge­schie­de­ne Gesell­schaf­ter dür­fen nicht zur Ent­ste­hung oder Ver­tie­fung einer Unter­bi­lanz füh­ren1.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist ein Ein­zie­hungs­be­schluss ent­spre­chend § 241 Nr. 3 AktG wegen eines Ver­sto­ßes gegen § 30 Abs. 1 Satz 1, § 34 Abs. 3 GmbHG nich­tig, wenn bereits bei Beschluss­fas­sung fest­steht, dass das Ein­zie­hungs­ent­gelt nicht aus frei­em, die Stamm­ka­pi­tal­zif­fer nicht beein­träch­ti­gen­den Ver­mö­gen der Gesell­schaft gezahlt wer­den kann2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 10. Novem­ber 2020 – II ZR 211/​19

  1. BGH, Urteil vom 04.08.2020 – II ZR 171/​19, ZIP 2020, 1757 Rn. 31 mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 26.06.2018 – II ZR 65/​16, ZIP 2018, 1540 Rn. 13 mwN[]

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