Der Genos­se in der Insol­venz der Genos­sen­schaft

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs 1 soll der Rechts­ver­kehr durch die in § 99 Abs. 1 GenG a.F., § 64 Abs. 1 GmbHG a.F. (§ 15 a Abs. 1 InsO n.F.) nor­mier­te Pflicht der Orga­ne zur Stel­lung des Insol­venz­an­trags davor bewahrt wer­den, einer insol­venz­rei­fen Gesell­schaft eine Vor­leis­tung, ins­be­son­de­re einen Geld- oder Sach­kre­dit zu gewäh­ren, ohne hier­für einen wert­hal­ti­gen Gegen­an­spruch zu erlan­gen.

Der Genos­se in der Insol­venz der Genos­sen­schaft

Mit­glie­der einer in Insol­venz gera­te­nen Genos­sen­schaft sind daher vom Schutz­zweck der Insol­venz­ver­schlep­pungs­haf­tung nicht aus­ge­nom­men, wenn ein Anspruch gegen die insol­ven­te Genos­sen­schaft betrof­fen ist, der sei­ne Grund­la­ge nicht in dem genos­sen­schafts­recht­li­chen Mit­glied­schafts­recht hat, son­dern auf einer Ver­ein­ba­rung beruht, die das Mit­glied wie ein außen ste­hen­der Drit­ter mit der Genos­sen­schaft geschlos­sen hat 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 1. Febru­ar 2010 – II ZR 209/​08

  1. vgl. nur BGHZ 164, 50, 60; BGHZ 171, 46 Tz. 13; BGH, Beschluss vom 20.10.2008 – II ZR 211/​07, ZIP 2009, 366[]
  2. Beuthi­en, GenG 14. Aufl. § 99 Rdn. 5; Lang/​Weidmüller, GenG 36. Aufl. § 99 Rdn. 13; Mül­ler, GenG 2. Aufl. § 99 Rdn. 10; RG, Urteil vom 30.01.1914 – II 498/​13, Leip­zi­ger Zeit­schrift für Deut­sches Recht 1914, 864 f.[]