Der Sachverständige im aktienrechtlichen Spruchverfahren

Eine Unangemessenheit der angebotenen Abfindung lässt sich im aktienrechtlichen Spruchverfahren jedenfalls dann nicht feststellen, wenn die angebotene von der nach dem gerichtlichen Gutachten für angemessenen erachteten Abweichung weniger als 1% beträgt1.

Der Sachverständige im aktienrechtlichen Spruchverfahren

Es ist nicht Aufgabe des Sachverständigen einer Unternehmensbewertung, die Notwendigkeit von Investitionen zu überprüfen. Der Sachverständige hat nur die Aufgabe, die Plausibilität der Planung und die Konsistenz der Annahmen, die einer Unternehmensplanung zugrunde liegen, zu würdigen.

Die von einem gerichtlichen Sachverständigen mit begründeten Erwägungen getroffene Wahl zwischen mehreren in seinem Fachgebiet verbreiteten Methoden kann von den Gerichten grundsätzlich respektiert werden; das gilt insbesondere, wenn – wie im aktienrechtlichen Spruchverfahren – die Feststellung eines bestimmten Ergebnisses von vornherein nicht mit naturwissenschaftlicher Genauigkeit erfolgen kann, sondern nur eine begründete Schätzung zu erreichen ist.

Oberlandesgericht Karlsruhe, Beschluss vom 15. November 2012 – 12 W 66/06

  1. Anschluss an OLG Stuttgart, AG 2011, 205 und AG 2010, 510[]