Deut­scher Cor­po­ra­te Gover­nan­ce Kodex

Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz hat den neu gefass­ten Deut­schen Cor­po­ra­te-Gover­nan­ce-Kodex im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger ver­öf­fent­licht.

Deut­scher Cor­po­ra­te Gover­nan­ce Kodex

Mit dem Deut­schen Cor­po­ra­te Gover­nan­ce Kodex sol­len die in Deutsch­land gel­ten­den Regeln für Unter­neh­mens­lei­tung und –über­wa­chung für natio­na­le wie inter­na­tio­na­le Inves­to­ren trans­pa­rent gemacht wer­den, um so das Ver­trau­en in die Unter­neh­mens­füh­rung deut­scher Gesell­schaf­ten zu stär­ken. Der Kodex wird von der Regie­rungs­kom­mis­si­on Deut­scher Cor­po­ra­te Gover­nan­ce Kodex, der sog. Crom­me-Kom­mis­si­on, beschlos­sen. Bei den jüngs­ten Anpas­sun­gen vom 12. Juni 2006 han­delt es sich um die drit­te Ände­rung des Deut­schen Cor­po­ra­te Gover­nan­ce Kodex seit dem Jahr 2002. Zuvor wur­de der Kodex im Juni 2005 geän­dert.

Erst durch die Ver­öf­fent­li­chung im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger wer­den die Ände­run­gen des Kodex für bör­sen­no­tier­te Akti­en­ge­sell­schaf­ten gemäß § 161 AktG rele­vant. Für die Rechts­fol­ge des § 161 AktG ist der Zeit­punkt die­ser Bekannt­ma­chung im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger maß­ge­bend.
§ 161 AktG lau­tet:

§ 161 AktG – Erklä­rung zum Cor­po­ra­te Gover­nan­ce Kodex
Vor­stand und Auf­sichts­rat der bör­sen­no­tier­ten Gesell­schaft erklä­ren jähr­lich, dass den vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Jus­tiz im amt­li­chen Teil des elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­gers bekannt gemach­ten Emp­feh­lun­gen der „Regie­rungs­kom­mis­si­on Deut­scher Cor­po­ra­te Gover­nan­ce Kodex“ ent­spro­chen wur­de und wird oder wel­che Emp­feh­lun­gen nicht ange­wen­det wur­den oder wer­den. Die Erklä­rung ist den Aktio­nä­ren dau­er­haft zugäng­lich zu machen.

Der inhalt­li­che Schwer­punkt der dies­jäh­ri­gen Ände­run­gen liegt in Anpas­sun­gen an das Vor­stands­ver­gü­tungs-Offen­le­gungs­ge­setz vom August 2005. Es han­delt sich dabei im Wesent­li­chen um eine Ergän­zung in Zif­fer 4.2.3. Dar­in wer­den die ein­zel­nen Tei­le der Gesamt­ver­gü­tung für die Vor­stands­mit­glie­der im Ein­zel­nen beschrie­ben.

Der Kodex emp­fiehlt nun außer­dem, dass eine nor­ma­le Haupt­ver­samm­lung spä­tes­tens nach 4 bis 6 Stun­den been­det sein soll­te (Zif­fer 2.2.4). Ziel ist es, die Haupt­ver­samm­lung als wich­ti­ges akti­en­recht­li­ches Beschluss­or­gan wie­der stär­ker ins Bewusst­sein brin­gen. Des­halb ist es sinn­voll, sie zeit­lich zu straf­fen und sie inhalt­lich auf die Bera­tung der wesent­li­chen stra­te­gi­schen Fra­gen des Unter­neh­mens zurück­zu­füh­ren. Die amt­li­che Begrün­dung zum Gesetz zur Unter­neh­mens­in­te­gri­tät und Moder­ni­sie­rung des Anfech­tungs­rechts (UMAG) vom Novem­ber 2005 ent­hält eine gleich lau­ten­de Emp­feh­lung zur Straf­fung des Ver­fah­rens.

Bekannt gemacht wird – wie auch schon 2003 und 2005 – ledig­lich eine Neu­fas­sung des Kodex. Die Ände­run­gen gehen dar­aus nicht her­vor. Die­se – wie auch die frü­he­ren Fas­sun­gen des Kodex – kön­nen jedoch im Archiv auf der Web­sei­te der Cor­po­ra­te-Gover­nan­ce-Kom­mis­si­on abge­ru­fen wer­den.