Die rich­ti­ge Rechts­form für Solo-Grün­der

Macht man sich selbst­stän­dig, dann gibt es eini­ge Hin­der­nis­se auf dem Weg, bevor man über­haupt star­ten kann. Jeder Grün­der soll­te daher einen Busi­ness­plan erstel­len, egal ob er ihn für eine Prä­sen­ta­ti­on bei Kapi­tal­ge­bern, für poten­ti­el­le Geschäfts­part­ner oder den Grün­dungs­zu­schuss der Agen­tur für Arbeit nutzt.

Die rich­ti­ge Rechts­form für Solo-Grün­der

Auf die­se Wei­se setzt man sich mit unter­schied­li­chen Aspek­ten aus­ein­an­der wie Geschäfts­mo­dell, Durch­füh­rung einer Markt­ana­ly­se, Defi­ni­ti­on der Ziel­grup­pe, Finan­zie­rung oder Haf­tungs­fra­gen.

Man stellt in einem soli­den Busi­ness­plan nicht nur die eige­ne Geschäfts­idee unter ver­schie­de­nen Gesichts­punk­ten auf den Prüf­stand, son­dern setzt sich auch mit den recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen aus­ein­an­der.

Gera­de jun­ge Grün­der sind vol­ler Enthu­si­as­mus und schen­ken dem Punkt Rechts­form wenig Beach­tung. Dabei wei­sen die unter­schied­li­chen Rechts­for­men Unter­schie­de auf, die man ken­nen soll­te.

Pri­mär gibt es für Ein­zel­per­so­nen ver­schie­de­ne Optio­nen.

1. Ein­zel­un­ter­neh­mer[↑]

Star­tet man allein und ohne nen­nens­wer­tes Kapi­tal in die Selbst­stän­dig­keit, wird man in der Regel Ein­zel­un­ter­neh­mer. Das hat den Vor­teil, dass man rela­tiv gerin­ge Kos­ten hat. Die­se Rechts­form ist für Dienst­leis­ter, Klein­ge­wer­be­trei­ben­de und freie Beru­fe der Ein­stieg. Man hat vol­le Kon­trol­le über sein Unter­neh­men, aber trägt aber auch das vol­le unter­neh­me­ri­sche Risi­ko. Das bedeu­tet, dass man auch mit dem gesam­ten Pri­vat­ver­mö­gen unbe­schränkt haf­tet. Eine Absi­che­rung durch eine ent­spre­chen­de Berufs­haft­pflicht ist hier kein Luxus, son­dern eine Not­wen­dig­keit.

2. Frei­be­ruf­ler[↑]

Der Unter­schied zwi­schen Frei­be­ruf­lern und Ein­zel­un­ter­neh­mern kann im Ein­zel­fall strit­tig sein. Unpro­ble­ma­tisch ist es, wenn man eine der Kata­log­tä­tig­kei­ten nach § 18 EStG aus­üben möch­te. Hier­un­ter fal­len unter ande­rem Rechts­an­wäl­te. Ärz­te und Steu­er­be­ra­ter. Schwie­rig wird die Abgren­zung bei künst­le­ri­schen oder unter­rich­ten­den Tätig­kei­ten. Hier ist stets der Ein­zel­fall zu betrach­ten. Auch der Frei­be­ruf­ler haf­tet mit sei­nem Pri­vat­ver­mö­gen.

3. Kauf­mann[↑]

Hat man nach Art oder Umfang einen in kauf­män­ni­scher Wei­se ein­ge­rich­te­ten Gewer­be­be­trieb, so ist man nach § 1 HGB ein Ist­kauf­mann. Dar­an knüpft § 29 HGB auch die Ein­tra­gung ins Han­dels­re­gis­ter.
Der Kauf­mann haf­tet wie der Ein­zel­un­ter­neh­mer mit sei­nem Pri­vat­ver­mö­gen und soll­te sich ent­spre­chend absi­chern.

4. Unter­neh­mer­ge­sell­schaft[↑]

Eine kos­ten­güns­ti­ge Opti­on für Grün­der ist hier die Unter­neh­mer­ge­sell­schaft (UG), einer Kapi­tal­ge­sell­schaft. Mit einem Start­ka­pi­tal von einem Euro kann man das Haf­tungs­ri­si­ko auf das Gesell­schafts­ver­mö­gen beschrän­ken. Die Grün­dung der UG muss beur­kun­det und im Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen wer­den. Für die UG gel­ten damit die Bestim­mun­gen des HGB und des GmbHG. Auch wenn man rela­tiv unkom­pli­ziert eine UG grün­den kann, ist man ver­pflich­tet, Rück­la­gen in Höhe von min­des­tens 25% des Jah­res­über­schus­ses zu bil­den. Über­steigt man das Min­dest­stamm­ka­pi­tal einer GmbH mit 25.000 €, ist eine Umwand­lung in eine GmbH mög­lich und sinn­voll, § 5a GmbHG. Nicht unter­las­sen soll­te man die Kenn­zeich­nung der Haf­tungs­be­schrän­kung bei einer UG, denn sonst greift die Recht­scheins­haf­tung, § 179 BGB ana­log.

5. GmbH[↑]

Auch eine Ein­zel­per­son kann eine GmbH grün­den, wenn man ein Stamm­ka­pi­tal von 25.000 € ein­legt und die Hälf­te davon sofort bezah­len kann. Der Nach­weis über das gesam­te Kapi­tal wird bei der Ein­tra­gung ins Han­dels­re­gis­ter fäl­lig. Die Haf­tung ist bei der GmbH wie bei der UG auf das Gesell­schafts­ver­mö­gen beschränkt.
Wel­che Form man am Ende wählt, ist natür­lich eine indi­vi­du­el­le Ent­schei­dung und von vie­len Fak­to­ren abhän­gig.