Die Stel­lung als Kom­ple­men­tär – als unent­zieh­ba­res gesell­schafts­ver­trag­li­ches Son­der­recht?

Die nament­li­che Bezeich­nung als per­sön­lich haf­ten­de Gesell­schaf­te­rin im Gesell­schafts­ver­trag begrün­det auch kein Son­der­recht im Sinn von § 35 BGB, ein­zi­ge und allei­ni­ge per­sön­lich haf­ten­de Gesell­schaf­te­rin zu sein, in das nicht ohne ihre Zustim­mung ein­ge­grif­fen wer­den könn­te.

Die Stel­lung als Kom­ple­men­tär – als unent­zieh­ba­res gesell­schafts­ver­trag­li­ches Son­der­recht?

Ledig­lich Rechts­po­si­tio­nen, die indi­vi­du­ell einem Gesell­schaf­ter oder einer Gesell­schaf­ter­grup­pe durch die Sat­zung ein­ge­räumt und zudem als unent­zieh­ba­re Rech­te aus­ge­stal­tet sind, stel­len Son­der­rech­te dar, nicht dage­gen eine Rechts­stel­lung, die all­ge­mein mit der Mit­glied­schaft ver­bun­den ist 1.

Mit der nament­li­chen Bezeich­nung als per­sön­lich haf­ten­de Gesell­schaf­te­rin im Gesell­schafts­ver­trag ist noch nicht die indi­vi­du­el­le Ein­räu­mung einer Rechts­po­si­ti­on ver­bun­den.

Jeden­falls ist die Stel­lung als per­sön­lich haf­ten­de Gesell­schaf­te­rin dar­in nicht unent­zieh­bar aus­ge­stal­tet, viel­mehr han­delt es sich um eine Rechts­stel­lung, die all­ge­mein mit der Mit­glied­schaft als Gesell­schaf­te­rin ver­bun­den ist, deren Haf­tung nicht beschränkt ist, § 161 Abs. 1 HGB.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Okto­ber 2016 – II ZR 232/​15

  1. BGH, Urteil vom 16.10.2012 – II ZR 251/​10, ZIP 2013, 68 Rn. 37[]