Ehe­gat­ten­dar­lehn und Eigen­ka­pi­tal­er­satz

Allein aus der ehe­li­chen Ver­bun­den­heit zwi­schen dem Kre­dit­ge­ber einer GmbH und deren Gesell­schaf­te­rin ergibt sich, wie der Bun­des­ge­richts­hof in einem aku­tel­len Urteil ent­schie­den hat, kein Indiz dafür, dass sie blo­ße Treu­hand­ge­sell­schaf­te­rin und des­halb der Kre­dit als eigen­ka­pi­ta­ler­set­zend zu qua­li­fi­zie­ren ist.

Ehe­gat­ten­dar­lehn und Eigen­ka­pi­tal­er­satz

Das Ehe­ver­hält­nis zwi­schen dem Klä­ger als Dar­le­hens­ge­ber und sei­ner Ehe­frau als mit­tel­ba­rer Gesell­schaf­te­rin der Schuld­ne­rin allei­ne reicht nicht aus, um den Klä­ger einem Gesell­schaf­ter der Schuld­ne­rin im Sin­ne der Eigen­ka­pi­tal­er­satz­vor­schrift des § 32 a GmbHG a.F. gleich­zu­stel­len. Die­se – durch Gesetz vom 23. Okto­ber 2008 (MoMiG, BGBl. I, 2026) auf­ge­ho­be­ne – Vor­schrift ist gemäß Art. 103 d Satz 1 EGIn­sO auf – wie hier – vor die­sem Zeit­punkt eröff­ne­te Insol­venz­ver­fah­ren wei­ter­hin anzu­wen­den [1].

Nach der Recht­spre­chung des BGH begrün­det ein Ehe- oder Ver­wandt­schafts­ver­hält­nis zwi­schen Dar­le­hens­ge­ber und Gesell­schaf­ter für sich allein nicht ein­mal eine Beweis­erleich­te­rung zuguns­ten des für die Vor­aus­set­zun­gen des Eigen­ka­pi­tal­er­sat­zes dar­le­gungs- und beweis­pflich­ti­gen Insol­venz­ver­wal­ters der Gesell­schaft [2]. Das gilt selbst dann, wenn der Dar­le­hens­ge­ber Geschäfts­füh­rer und sei­ne Ehe­frau Allein­ge­sell­schaf­te­rin der kre­dit­neh­men­den Gesell­schaft ist [3]. Eine Beweis­erleich­te­rung im Sin­ne eines Anscheins­be­wei­ses kann allen­falls dann in Betracht kom­men, wenn es kon­kre­te Hin­wei­se dar­auf gibt, dass ent­we­der die Mit­tel vom Gesell­schaf­ter stam­men oder dass umge­kehrt die­ser den Gesell­schafts­an­teil treu­hän­de­risch für den Dar­le­hens­ge­ber hält [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 6. April 2009 – II ZR 277/​07

  1. vgl. BGH, Urt. v. 26. Janu­ar 2009 – II ZR 213/​07, ZIP 2009, 471 Tz. 9 sowie zur Fort­gel­tung der sog. Recht­spre­chungs­re­geln gemäß §§ 30, 31 GmbHG a.F. ana­log BGH, Urt. v. 26. Janu­ar 2009 – II ZR 260/​07, ZIP 2009, 615 Tz. 14 ff. „Gut Buschow“[]
  2. vgl. BGH, Urt. v. 18. Febru­ar 1991 – II ZR 259/​89, ZIP 1991, 366 f.[]
  3. vgl. BGH, Urt. v. 8. Febru­ar 1999 – II ZR 261/​97, NJW 1999, 2123, 2125 = DStR 1999, 810[]
  4. vgl. BGH, Urt. v. 18. Febru­ar 1991 aaO[]