Erfor­der­li­che Ver­si­che­run­gen in der Geschäfts­füh­rer­an­mel­dung

Weder nach dem Wort­laut des § 8 Abs. 3 GmbHG bezie­hungs­wei­se des § 39 Abs. 3 Satz 1 GmbHG noch nach dem Sinn und Zweck die­ser Rege­lun­gen ist die aus­drück­li­che Benen­nung jedes ein­zel­nen Bestel­lungs­hin­der­nis­ses gemäß § 6 Abs. 2 Satz 2 Nr. 2 und 3, Satz 3 GmbHG erfor­der­lich.

Erfor­der­li­che Ver­si­che­run­gen in der Geschäfts­füh­rer­an­mel­dung

Die Vor­schrif­ten des § 8 Abs. 3 GmbHG bei der Anmel­dung der Gesell­schaft und § 39 Abs. 3 GmbHG bei Ände­run­gen in der Per­son des Geschäfts­füh­rers die­nen der Erleich­te­rung des Anmel­dungs- und Prü­fungs­ver­fah­rens. Mit der Ein­füh­rung der in die­sen Vor­schrif­ten nor­mier­ten Ver­si­che­rung woll­te der Gesetz­ge­ber ver­hin­dern, dass das Regis­ter­ge­richt zur Über­prü­fung der Umstän­de, die gemäß § 6 Abs. 2 Satz 2 und 3 GmbHG einer Stel­lung als Geschäfts­füh­rer ent­ge­gen­ste­hen, selbst Aus­kunft aus dem Zen­tral­re­gis­ter ein­ho­len muss 1. Hin­ge­gen ist es nicht die Funk­ti­on der Ver­si­che­rung, auch erken­nen zu las­sen, dass dem Erklä­ren­den Inhalt und Umfang sei­ner Erklä­rungs­pflicht bewusst sind. Die Rich­tig­keit und Voll­stän­dig­keit der Ver­si­che­rung wird viel­mehr zum Einen dadurch sicher­ge­stellt, dass der Geschäfts­füh­rer einer straf­recht­li­chen Ver­ant­wor­tung unter­wor­fen wird (§ 82 Abs. 1 Nr. 5 GmbHG), zum ande­ren dadurch, dass der Erklä­ren­de gemäß § 8 Abs. 3 Satz 1 GmbHG bezie­hungs­wei­se § 39 Abs. 3 Satz 1 GmbHG über sei­ne unbe­schränk­te Aus­kunfts­pflicht vom Gericht oder den in § 8 Abs. 3 Satz 2 GmbHG genann­ten rechts­kun­di­gen Per­so­nen zu beleh­ren ist, was er wie­der­um zu ver­si­chern hat 2.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat in dem zitier­ten Beschluss vom 17.05.2010 3 ent­schie­den, dass mit der in jenem Fall in Rede ste­hen­den Ver­si­che­rung des Geschäfts­füh­rers, er sei „noch nie, weder im Inland noch im Aus­land, wegen einer Straf­tat ver­ur­teilt wor­den“, der oben genann­te allei­ni­ge Geset­zes­zweck voll­stän­dig erreicht ist, näm­lich dem Regis­ter­ge­richt auf schnel­le und ein­fa­che Art die­je­ni­gen Infor­ma­tio­nen zu ver­mit­teln, die es sich ansons­ten durch ein Aus­kunfts­er­su­chen gemäß § 41 Abs. 1 Nr. 1 BZRG selbst ver­schaf­fen müss­te. Das bedeu­tet aber ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Regis­ter­ge­richts nicht, dass gera­de die zitier­te For­mu­lie­rung ver­wen­det wer­den muss. Viel­mehr muss das Glei­che für die im vor­lie­gen­den Fall ver­wen­de­te, dem Geset­zes­text wört­lich ent­spre­chen­de Ver­si­che­rung (wonach kei­ne Umstän­de vor­lie­gen, die der Bestel­lung nach § 6 Abs. 2 Satz 2 und 3 GmbHG ent­ge­gen­ste­hen) gel­ten, die im vor­lie­gen­den Fall zudem unter Bezug­nah­me auf die vor­ge­leg­te umfas­sen­de Beleh­rung durch den Betei­lig­ten Ziff. 3 abge­ge­ben wor­den ist. Die Begrün­dung des Bun­des­ge­richts­ho­fes passt ohne wei­te­res auch auf die­sen Fall, wes­halb eine sol­che Ver­si­che­rung als zuläs­sig anzu­se­hen ist 4]. Weder der Geset­zes­wort­laut noch – wie gezeigt – der Geset­zes­zweck ver­lan­gen eine wei­ter­ge­hen­de Ver­si­che­rung.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 10. Okto­ber 2012 – 8 W 241/​11

  1. vgl. BGH GmbHR 2010, 812[]
  2. BGH GmbHR 2010, 812[]
  3. BGH, Beschluss vom 17.05.2010, GmbHR 2010, 812[]
  4. vgl. eben­so Wach­ter, ZIP 2010, 1339 [Anmer­kung zu der zitier­ten Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­ho­fes[]