Frist für Anfech­tungs­kla­gen in der GmbH

Ein Gesell­schaf­ter, der gegen einen Beschluss der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung einer GmbH vor­ge­hen will, muss hier­ge­gen die Anfech­tungs­kla­ge erhe­ben. Da das GmbH-Gesetz hier­für kei­ne aus­drück­li­che Frist vor­schreibt, war bis­her in Recht­spre­chung und Lite­ra­tur umstrit­ten, ob hier, wie im Akti­en­recht, eine Frist von einem Monat anzu­set­zen ist, oder aber eine (etwas) län­ge­re Frist zu gewäh­ren ist. Der Bun­des­ge­richts­hof hat die­sen Streit nun im Rah­men einer Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de sei­ne Auf­fas­sung noch­mals bekräf­tigt:

Frist für Anfech­tungs­kla­gen in der GmbH

Bei Anfech­tungs­kla­gen gegen Beschlüs­se der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung einer GmbH ist – sofern die Sat­zung kei­ne abwei­chen­de Rege­lung ent­hält – grund­sätz­lich die Monats­frist des § 246 Abs. 1 AktG ein­zu­hal­ten.

Der Bun­des­ge­richts­hof nimmt damit in mitt­ler­wei­le stän­di­ger Recht­spre­chung an, dass bei Anfech­tungs­kla­gen gegen die Beschlüs­se der Gesell­schaf­ter­ver­samm­lung einer GmbH die Monats­frist des § 246 Abs. 1 AktG grund­sätz­lich ein­zu­hal­ten ist, sofern die Sat­zung kei­ne abwei­chen­de Rege­lung ent­hält. Inner­halb die­ser Frist müs­sen auch die Anfech­tungs­grün­de in ihrem wesent­li­chen tat­säch­li­chen Kern in den Rechts­streit ein­ge­führt wer­den. Wird die Monats­frist über­schrit­ten, kommt es dar­auf an, ob zwin­gen­de Umstän­de den Gesell­schaf­ter an einer frü­he­ren kla­ge­wei­sen Gel­tend­ma­chung des Anfech­tungs­grun­des gehin­dert haben [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Juli 2009 – II ZR 272/​08

  1. BGHZ 137, 378, 386; Sen.Urt. v. 14. März 2005 – II ZR 153/​03, ZIP 2005, 706, 708; v. 18. April 2005 – II ZR 151/​03, ZIP 2005, 985, 988; undeut­lich noch BGHZ 111, 224, 225 f.; Sen.Urt. v. 12. Okto­ber 1992 – II ZR 286/​91, ZIP 1992, 1622[]