GbR-Kün­di­gung

Eine Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts kann, wie der Bun­des­ge­richts­hof in einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil noch­mals aus­drück­lich fest­stell­te, aus wich­ti­gem Grund gekün­digt wer­den, wenn dem kün­di­gen­den Gesell­schaf­ter nach der Gesamt­wür­di­gung sämt­li­cher Umstän­de eine Fort­set­zung des Gesell­schafts­ver­hält­nis­ses nicht zumut­bar ist.

GbR-Kün­di­gung

Die Fra­ge der Zumut­bar­keit kann dabei aller­dings nicht ohne Berück­sich­ti­gung der bei­der­sei­ti­gen Ver­hal­tens­wei­sen der Gesell­schaf­ter beant­wor­tet wer­den. Dies gilt bei wech­sel­sei­ti­gen Kün­di­gun­gen auch dann, wenn das vor­an­ge­gan­ge­ne Fehl­ver­hal­ten des kün­di-gen­den Gesell­schaf­ters nicht so schwer­wie­gend ist, dass es die frist­lo­se Kün­di­gung sei­nes Mit­ge­sell­schaf­ters recht­fer­tigt.

Die unwirk­sa­me frist­lo­se Kün­di­gung eines Gesell­schaf­ters kann nicht als wich­ti­ger Grund für die Kün­di­gung des ande­ren Gesell­schaf­ters bewer­tet wer­den, ohne des­sen vor­an­ge­gan­ge­nes Fehl­ver­hal­ten in die Gesamt­ab­wä­gung ein­zu­be­zie­hen.

Ver­an­lasst ein Gesell­schaf­ter die Bau­auf­sichts­be­hör­de, gegen sei­nen Mit­ge­sell­schaf­ter ein­zu­schrei­ten, der auf dem Gesell­schafts­grund­stück das geneh­mig­te Bau­vor­ha­ben aus­führt, obgleich die Bau­ge­neh­mi­gung weni­ge Wochen zuvor infol­ge Zeit­ab­laufs erlo­schen war, ist sein Vor­ge­hen nicht schon des­halb gerecht­fer­tigt, weil das von ihm initi­ier­te Ver­wal­tungs­han­deln recht­mä­ßig ist.

BGH, Urteil vom 21. Novem­ber 2005 – II ZR 367/​03