Genos­sen-Aus­schluß

Ein Rechts­streit um die Wirk­sam­keit des Aus­schlus­ses eines Mit­glieds aus einer Genos­sen­schaft ist in der Regel ver­mö­gens­recht­li­cher Natur. Die Rechts­mit­tel­be­schwer der Genos­sen­schaft in Bezug auf ein die Unwirk­sam­keit des Aus­schlus­ses eines Mit­glieds fest­stel­len­des Urteil bemisst sich – spie­gel­bild­lich zu dem Inter­es­se des Genos­sen am Fort­be­stehen sei­ner Mit­glied­schaft – nach dem (wirt­schaft­li­chen) Wert des von dem Aus­schluss betrof­fe­nen Geschäfts­an­teils.

Genos­sen-Aus­schluß

Die gegen den Aus­schluss aus der Genos­sen­schaft gerich­te­te Kla­ge ist als ver­mö­gens­recht­li­che Strei­tig­keit anzu­se­hen. Der Zweck ein­ge­tra­ge­nen Genos­sen­schaft ist wirt­schaft­li­cher Natur. Dies hat zur Fol­ge, dass ein Mit­glied der Genos­sen­schaft durch sei­nen Aus­schluss regel­mä­ßig in sei­nen ver­mö­gens­recht­li­chen Belan­gen betrof­fen ist 1.

Für die Fest­set­zung des Wer­tes der Beschwer kommt es, so der BGH aus­drück­lich, auf das Inter­es­se des Rechts­mit­tel­klä­gers am Erfolg des Rechts­mit­tels an. Als Maß­stab für die Bewer­tung des Inter­es­ses der Genos­sen­schaft an der Auf­recht­erhal­tung des Aus­schlus­ses des (ehe­ma­li­gen) Genos­sen wie auch des Inter­es­ses des Genos­sen am Fort­be­stehen sei­ner Mit­glied­schaft kann regel­mä­ßig der Wert des von der Aus­schlie­ßung betrof­fe­nen Geschäfts­an­teils des Genos­sen her­an­ge­zo­gen 2.

Zwar bemisst sich die Beschwer – eben­so wie der Streit­wert – bei einem Streit um den Aus­schluss eines Mit­glieds aus der Genos­sen­schaft in der Regel nach der Höhe des Geschäfts­gut­ha­bens des aus­ge­schlos­se­nen Mit­glieds 3, weil die­ses zumeist den tat­säch­li­chen Wert des Anteils des Aus­ge­schie­de­nen wider­spie­gelt. Jedoch ist eine ande­re Bewer­tung gebo­ten, wenn sich aus dem (glaub­haft gemach­ten) Vor­trag ein höhe­rer wirt­schaft­li­cher Wert des Geschäfts­an­teils des Genos­sen ergibt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. April 2009 – II ZB 16/​08

  1. RGZ 89, 336, 337; Beuthi­en, GenG 14. Aufl. § 68 Rdn. 21; Schul­te in Lang/​Weidmüller, GenG 35. Aufl. § 68 Rdn. 40[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 30. April 2001 – II ZR 328/​00, ZIP 2001, 1734, 1735 – zur GmbH[]
  3. Pöhlmann/​Fandrich/​Bloehs, GenG 3. Aufl. § 68 Rdn. 39; Schul­te in Lang/​Weidmüller aaO Rdn. 40[]