Gerichts­kos­ten – und der GbR-Gesell­schaf­ter als Kos­ten­schuld­ner

Der als Kos­ten­schuld­ner in Anspruch genom­me­ne Gesell­schaf­ter einer GbR kann sei­ne Zah­lungs­pflicht nicht mit der Begrün­dung in Abre­de stel­len, er habe das Gericht nicht ange­ru­fen.

Gerichts­kos­ten – und der GbR-Gesell­schaf­ter als Kos­ten­schuld­ner

Dies gilt auch dann, wenn das Gerichts­ver­fah­ren nicht von ihm per­sön­lich betrie­ben wur­den son­dern von der GbR, deren Gesell­schaf­ter er Kos­ten­schuld­ner ursprüng­lich war und deren Pro­zess­füh­rung er in der münd­li­chen Ver­hand­lung aus­drück­lich geneh­migt hat.

Der Bun­des­ge­richts­hof bejaht daher in die­sem Fall eine Kos­ten­haf­tung des (ehe­ma­li­gen) Gesell­schaf­ters nach § 29 Nr. 3 GKG.

Nach die­ser Vor­schrift ist auch der­je­ni­ge Kos­ten­schuld­ner, der für die Kos­ten­schuld eines ande­ren kraft Geset­zes haf­tet. Dafür reicht auch die gesetz­li­che Mit­haf­tung, wie hier die gesamt­schuld­ne­ri­sche Haf­tung des Gesell­schaf­ters einer Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts (GbR) für die Kos­ten­ver­bind­lich­kei­ten der Gesell­schaft, aus 1.

Die GbR ist dabei auch im Fal­le ihrer Auf­lö­sung so lan­ge als par­tei­fä­hig anzu­se­hen, wie Rech­te gegen sie gel­tend gemacht wer­den und sie noch nicht voll­stän­dig liqui­diert ist. Ent­spre­chend wur­den hier auch noch im Ver­fah­ren der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de Miet­zins­an­sprü­che gegen die GbR ver­folgt, wobei eine voll­stän­di­ge Liqui­da­ti­on oder Ver­mö­gens­lo­sig­keit von der GbR nicht gel­tend gemacht wor­den war.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Janu­ar 2017 – XII ZR 83/​11

  1. vgl. Beck­OK Kostenrecht/​Semmelbeck [Stand: 15.11.2016] § 29 GKG Rn. 30