Geschäfts­füh­rer­haf­tung bei einer "Limi­ted"

Mit einer jah­re­lan­gen Recht­spre­chung hat der Bun­des­ge­richts­hof nun auf­ge­räumt: Der Geschäfts­füh­rer einer in Eng­land gegrün­de­ten "Ltd." mit tat­säch­li­chem Ver­wal­tungs­sitz in Deutsch­land haf­tet nicht für die rechts­ge­schäft­li­chen Ver­bind­lich­kei­ten der Limi­ted ana­log § 11 Abs. 2 GmbHG, nur weil die Limi­ted mit ihrer deut­schen "Nie­der­las­sung" nicht in das deut­sche Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist.

Geschäfts­füh­rer­haf­tung bei einer "Limi­ted"

Bei einer wirk­sam in Eng­land gegrün­de­ten Limi­ted ist es nicht mit der in Art. 43 und 48 EG garan­tier­ten Nie­der­las­sungs­frei­heit ver­ein­bar, dass der Geschäfts­füh­rer solan­ge ana­log § 11 Abs. 2 GmbHG haf­tet, bis die Limi­ted auch in Deutsch­land in das Han­dels­re­gis­ter ein­ge­tra­gen ist.

Maß­geb­lich für die Haf­tung des Geschäfts­füh­rers ist aus­schließ­lich eng­li­sches Recht, das eine per­sön­li­che Haf­tung des Geschäfts­füh­rers nicht vor­sieht. Deut­sches Gesell­schafts­recht ist nicht anzu­wen­den. Aus­drück­lich offen gelas­sen hat der BGH aller­dings die Fra­ge, ob der Geschäfts­füh­rer even­tu­ell aus uner­laub­ter Hand­lung haf­tet, denn hier­für gilt bei einer Tätig­keit in Deutsch­land das deut­sche Recht.

(BGH, Urteil vom 14. März 2005 – II ZR 5/​03)