Gesell­schafts­be­kannt­ma­chun­gen

Die Bekannt­ma­chung im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger ersetzt nicht die Bekannt­ma­chung durch ande­re Medi­en, wenn die­se in der Sat­zung der Gesell­schaft vor­ge­se­hen ist.

Gesell­schafts­be­kannt­ma­chun­gen

§ 12 Satz 3 GmbHG beinhal­tet ledig­lich eine Klar­stel­lung dahin­ge­hend, dass die Bekannt­ma­chung im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger vor­zu­neh­men ist, wenn die Gesell­schaft in ihrer Sat­zung eine Ver­öf­fent­li­chung im Bun­des­an­zei­ger vor­sieht.

Der gegen­tei­li­gen Ansicht, nach der Neu­fas­sung von § 12 GmbHG mit Wir­kung ab 1. April 2005 erset­ze die Bekannt­ma­chung im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger die Bekannt­ma­chung durch alle ande­ren Medi­en, mag das Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart nicht zu fol­gen. Das Ober­lan­des­ge­richt folgt der in der Lite­ra­tur ganz herr­schen­den Mei­nung 1, wonach aus Grün­den des Schut­zes des Rechts­ver­kehrs die Bekannt­ma­chung außer im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger auch in den Publi­ka­ti­ons­or­ga­nen zu erfol­gen hat, wel­che in der Sat­zung der Gesell­schaft bestimmt wur­den. § 12 S. 3 GmbHG beinhal­tet ledig­lich eine Klar­stel­lung dahin­ge­hend, dass wenn die Gesell­schaft in ihrer Sat­zung eine Ver­öf­fent­li­chung im Bun­des­an­zei­ger vor­sieht, die Bekannt­ma­chung im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger vor­zu­neh­men ist. Eine gegen­tei­li­ge Auf­fas­sung ist auch im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren des Jus­tiz­kom­mu­ni­ka­ti­ons­ge­set­zes nicht geäu­ßert wor­den. Die vom Beschwer­de­füh­rer her­an­ge­zo­ge­ne Stel­le in der Bun­des­tags­druck­sa­che 15/​4067, Sei­te 56 betrifft die Fra­ge, wie zu ver­fah­ren ist, wenn die Sat­zung der Gesell­schaft den Bun­des­an­zei­ger als Ver­öf­fent­li­chungs­blatt bestimmt. Dann gilt, dass die Bekannt­ma­chun­gen der Gesell­schaft zwin­gend im elek­tro­ni­schen Bun­des­an­zei­ger zu ver­öf­fent­li­chen sind und nicht in des­sen in gedruck­ter Form 2. So lie­gen die Ver­hält­nis­se im vor­lie­gen­den Fall jedoch nicht. Die Mög­lich­keit, dass die Sat­zung ein ande­res (wei­te­res) Ver­öf­fent­li­chungs­me­di­um vor­sieht und dem eben­falls zu fol­gen ist, wird aus­drück­lich nicht aus­ge­schlos­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 12. Novem­ber 2010 – 8 W 444/​10

  1. Lutter/​Hommelhoff/​Bayer, GmbHG, 17. Aufl., § 12 Rn. 7; Michalski/​Rühland, 2. Aufl., § 12 Rn. 12; Wicke, GmbHG, § 12 Rn. 4[]
  2. LG Darm­stadt, Not­BZ 2006, 63[]