Grenz­über­schrei­ten­de Ver­le­gung von Fir­men­sit­zen

Das Euro­päi­sche Par­la­ment for­dert die EU-Kom­mis­si­on auf, einen Richt­li­ni­en­vor­schlag zur grenz­über­schrei­ten­den Ver­le­gung von Fir­men­sit­zen vor­zu­le­gen. Zugleich for­mu­lie­ren die Abge­ord­ne­ten kon­kre­te und aus­führ­li­che Emp­feh­lun­gen zum Inhalt die­ser Richt­li­nie. Der­zeit sei, wie das Euro­päi­sche Par­la­ment in einem mit über 90% Zustim­mung ange­nom­me­nen Bericht fest­stellt, die grenz­über­schrei­ten­de Ver­le­gung von Fir­men­sit­zen mit admi­nis­tra­ti­ven Hür­den, Kos­ten und sozia­len Fol­ge­wir­kun­gen ver­bun­den und bie­tet kei­ne Rechts­si­cher­heit.

Grenz­über­schrei­ten­de Ver­le­gung von Fir­men­sit­zen

Ver­le­gun­gen von Fir­men­sit­zen soll­ten nicht die Auf­lö­sung der betref­fen­den Gesell­schaft oder irgend­ei­ne Unter­bre­chung bzw. den Ver­lust ihrer Rechts­per­sön­lich­keit nach sich zie­hen, ver­lan­gen die Abge­ord­ne­ten in ihren Emp­feh­lun­gen. Fer­ner soll­te die Ver­le­gung nicht zur Umge­hung recht­li­cher, sozia­ler und steu­er­li­cher Bedin­gun­gen füh­ren. Ab dem Tag der Regis­trie­rung im Auf­nah­me­mit­glied­staat müs­se für die Gesell­schaft das Recht die­ses Staa­tes gel­ten.

Wird eine Ver­le­gung geplant, müs­se ein Ver­le­gungs­vor­schlag for­mu­liert wer­den, der u. a. einen Zeit­plan sowie wei­te­re detail­lier­te Infor­ma­tio­nen über die Ver­le­gung ent­hält. Die­ser Ver­le­gungs­vor­schlag müs­se von der Aktio­närs­ver­samm­lung gebil­ligt wer­den. Unter­liegt die Gesell­schaft der Arbeit­neh­mer­mit­be­stim­mung, so kann die Aktio­närs­ver­samm­lung den Abschluss der Ver­le­gung davon abhän­gig machen, dass sie die beschlos­se­nen Rege­lun­gen für die Mit­be­stim­mung der Arbeit­neh­mer aus­drück­lich bil­ligt.

Dar­über hin­aus müs­se der Her­kunfts­mit­glied­staat die Recht­mä­ßig­keit des Ver­le­gungs­ver­fah­rens prü­fen und eine Beschei­ni­gung aus­stel­len, in der abschlie­ßend fest­ge­stellt wird, dass sämt­li­che erfor­der­li­chen Rechts­hand­lun­gen und Förm­lich­kei­ten voll­zo­gen wor­den sind.