Haf­tungs­ri­si­ko des GmbH-Geschäfts­füh­rers

Eine Abgren­zung, ab wann ein GmbH-Geschäfts­füh­rer das erlaub­te unter­neh­me­ri­sche Risi­ko über­schrei­te und damit schä­di­gend für die Gesell­schaft han­de­le, hat das Land­ge­richt Düs­sel­dorf ver­sucht:

Haf­tungs­ri­si­ko des GmbH-Geschäfts­füh­rers

"Gewag­te Geschäf­te sei­en dann sorg­falts­wid­rig, wenn das erlaub­te Risi­ko über­schrit­ten sei. Bei der Beur­tei­lung sei zu berück­sich­ti­gen, dass den Geschäfts­füh­rern ein wei­ter Hand­lungs­spiel­raum zuge­bil­ligt wer­den müs­se. Ohne einen sol­chen sei eine unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit nicht denk­bar. Dazu gehö­re neben dem bewuss­ten Ein­ge­hen geschäft­li­cher Risi­ken grund­sätz­lich auch die Gefahr von Fehl­be­ur­tei­lun­gen und Fehl­ein­schät­zun­gen, der jeder noch so ver­ant­wor­tungs­be­wuss­te Unter­neh­mens­lei­ter aus­ge­setzt sei. Eine Scha­den­er­satz­pflicht kom­me dem­nach erst in Betracht, wenn die Gren­zen eines ver­ant­wor­tungs­be­wuss­ten, aus­schließ­lich am Unter­neh­mens­wohl ori­en­tier­ten und auf sorg­fäl­ti­ger Ermitt­lung der Ent­schei­dungs­grund­la­gen beru­hen­den unter­neh­me­ri­schen Han­delns deut­lich über­schrit­ten wor­den sei­en. Die Bereit­schaft, unter­neh­me­ri­sche Risi­ken ein­zu­ge­hen, müs­se der Geschäfts­füh­rer in unver­ant­wort­li­cher Wei­se über­spannt haben oder sein Ver­hal­ten müs­se aus ande­ren Grün­den als pflicht­wid­rig gel­ten."

LG Düs­sel­dorf, Urteil vom 27.05.2005 – 39 O 73/​04