Insol­venz­haf­tung des GmbH-Geschäfts­füh­rers

Eine über den Ersatz des sog. "Quo­ten­scha­dens" hin­aus­ge­hen­de Insol­venz­ver­schlep­pungs­haf­tung
des Geschäfts­füh­rers einer GmbH aus §§ 823 Abs. 2 BGB, 64 Abs. 1 GmbHG erstreckt sich nur auf den Ver­trau­ens­scha­den, der einem Neugläu­bi­ger dadurch ent­steht, daß er der aktu­ell insol­venz­rei­fen
GmbH Kre­dit gewährt oder eine sons­ti­ge Vor­leis­tung an sie erbringt.

Insol­venz­haf­tung des GmbH-Geschäfts­füh­rers

Die Haf­tung des Teil­neh­mers an einer Insol­venz­ver­schlep­pung aus §§ 823 Abs. 2, 830 Abs. 2 BGB, 64 Abs. 1, 84 Abs. 1 Nr. 2 GmbHG erstreckt sich nicht auf Neugläu­bi­ger­schä­den, wel­che ohne sein Wis­sen durch kri­mi­nel­le Machen­schaf­ten des Geschäfts­füh­rers (etwa durch betrü­ge­ri­sche Dop­pel­ab­tre­tun­gen von Schuld­schein­dar­le­hen) im Sta­di­um der Insol­venz­ver­schlep­pung ver­ur­sacht wer­den.

Eine etwai­ge Haf­tung des Gesell­schaf­ters einer GmbH wegen exis­tenz­ver­nich­ten­den Ein­griffs in das Gesell­schafts­ver­mö­gen kann wäh­rend eines lau­fen­den Insol­venz­ver­fah­rens nur von dem Insol­venz­ver­wal­ter, nicht aber von ein­zel­nen Gläu­bi­gern der GmbH gel­tend gemacht wer­den. Das gilt auch für Alt­fäl­le vor Inkraft­tre­ten des § 93 InsO.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 25. Juli 2005 – II ZR 390/​03