Min­dest­aus­ga­be­be­trag

§ 193 Abs. 2 Nr. 3 AktG ist teleo­lo­gisch redu­zie­rend dahin aus­zu­le­gen, dass im Fall einer beding­ten Kapi­tal­erhö­hung gemäß § 192 Abs. 2 Nr. 1 AktG in Ver­bin­dung mit einer Ermäch­ti­gung des Vor­stands zur Aus­ga­be von Wan­del­schuld­ver­schrei­bun­gen nach § 221 Abs. 2 AktG die Fest­stel­lung eines Min­dest­aus­ga­be­be­tra­ges der Bezugs­ak­ti­en oder der Grund­la­gen für des­sen Berech­nung in dem Kapi­tal­erhö­hungs­be­schluss genügt.

Min­dest­aus­ga­be­be­trag

In einem Kapi­tal­erhö­hungs­be­schluss (hier §§ 192 f. AktG) sind Anga­ben über die Art und die Zahl der aus­zu­ge­ben­den Akti­en ent­behr­lich, wenn die Sat­zung nur einen bestimm­ten Akti­en­typ vor­sieht und die Zahl der neu­en Akti­en sich anhand der bis­he­ri­gen Ein­tei­lung des Grund­ka­pi­tals (§ 8 Abs. 4 AktG) durch Rück­rech­nung aus dem Erhö­hungs­be­trag bestim­men lässt.

Im Rah­men einer Ermäch­ti­gung zur Aus­ga­be von Wan­del­schuld­ver­schrei­bun­gen nach § 221 Abs. 2 AktG kann der Vor­stand – ent­spre­chend den im BGH-Urteil vom 23. Juni 1997 [1] auf­ge­stell­ten Grund­sät­zen – auch zu einem Aus­schluss des Bezugs­rechts der Aktio­nä­re (§ 221 Abs. 4 Satz 1 AktG) ermäch­tigt wer­den [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. Mai 2009 – II ZR 262/​07

  1. BGHZ 136, 133 – Siemens/​Nold[]
  2. Bestä­ti­gung der BGH-Beschlüs­se vom 21. Novem­ber 2005 – II ZR 79/​04, ZIP 2006, 368, und vom 11. Juni 2007 – II ZR 152/​06, ZIP 2007, 2122[]