Pfän­dung beim oHG-Gesell­schaf­ter

Bei einer offe­nen Han­dels­ge­sell­schaft gewährt das Gesetz in § 135 HGB dem Gläu­bi­ger eines Gesell­schaf­ters ein Son­der­kün­di­gungs­recht: Hat der Gläu­bi­ger eines Gesell­schaf­ters inner­halb der letz­ten sechs Mona­te eine Zwangs­voll­stre­ckung in das beweg­li­che Ver­mö­gen des Gesell­schaf­ters ohne Erfolg ver­sucht und erwirkt er nun­mehr auf Grund eines nicht bloß vor­läu­fig voll­streck­ba­ren Schuld­ti­tels die Pfän­dung und Über­wei­sung des Anspruchs des Gesell­schaf­ters auf das Aus­ein­an­der­set­zungs­gut­ha­ben, so kann er die Gesell­schaft ohne Rück­sicht dar­auf, ob sie für bestimm­te oder unbe­stimm­te Zeit ein­ge­gan­gen ist, sechs Mona­te vor dem Ende des Geschäfts­jahrs für die­sen Zeit­punkt kün­di­gen.

Pfän­dung beim oHG-Gesell­schaf­ter

Für die­ses Son­der­kün­di­gungs­recht des § 135 HGB reicht es aus, wenn – vor oder nach Zustel­lung des Beschlus­ses über die Pfän­dung des Aus­ein­an­der­set­zungs­gut­ha­bens – ein ernst­haf­ter Voll­stre­ckungs­ver­such in das sons­ti­ge Ver­mö­gen des Gesell­schaf­ters unter­nom­men wor­den ist. Der Aus­gang wei­te­rer Voll­stre­ckungs­ver­su­che, ins­be­son­de­re in das unbe­weg­li­che Ver­mö­gen, braucht dage­gen nicht abge­war­tet zu wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Hin­weis­be­schluss vom 25. Mai 2009 – II ZR 60/​08