Pro­zess­kos­ten­hil­fe für juris­ti­sche Per­so­nen

Nach § 142 Abs. 1 FGO i.V.m. § 114 Satz 1 der Zivil­pro­zess­ord­nung (ZPO) erhält ein Betei­lig­ter, der nach sei­nen per­sön­li­chen und wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen die Kos­ten der Pro­zess­füh­rung nicht, nur zum Teil oder nur in Raten auf­brin­gen kann, auf Antrag PKH, wenn die beab­sich­tig­te Rechts­ver­fol­gung hin­rei­chen­de Aus­sicht auf Erfolg bie­tet und nicht mut­wil­lig erscheint. Nach § 116 Satz 1 Nr. 2 ZPO erhält eine inlän­di­sche juris­ti­sche Per­son nur dann PKH, wenn die Kos­ten weder von ihr noch von den am Gegen­stand des Rechts­streits wirt­schaft­lich Betei­lig­ten auf­ge­bracht wer­den kön­nen und wenn die Unter­las­sung der Rechts­ver­fol­gung oder Rechts­ver­tei­di­gung all­ge­mei­nen Inter­es­sen zuwi­der­lau­fen wür­de.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe für juris­ti­sche Per­so­nen

Nur wenn die­se Vor­aus­set­zun­gen inner­halb der Beschwer­de­be­grün­dungs­frist dar­ge­legt wer­den und erfüllt sind, kann dem Klä­ger wegen Ver­säu­mung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­frist Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand gewährt wer­den 1.

Für die Erklä­rung i.S. von § 117 Abs. 2 i.V.m. § 116 Satz 1 Nr. 2 ZPO hat die Klä­ge­rin als juris­ti­sche Per­son ihrem Antrag auf Bewil­li­gung von PKH eine Erklä­rung über ihre wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se bei­zu­fü­gen. Dabei ist sie berech­tigt, die Vor­aus­set­zun­gen für die Bewil­li­gung der PKH indi­vi­du­ell in ver­ein­fach­ter Form dar­zu­le­gen, ohne das amt­li­che For­mu­lar ver­wen­den zu müs­sen (§ 142 Abs. 1 FGO i.V.m. § 117 Abs. 3 ZPO i.V.m. § 1 Abs. 2 der Pro­zess­kos­ten­hil­fe­for­mu­lar­ver­ord­nung ver­pflich­tet nur natür­li­che Per­so­nen zur Nut­zung des For­mu­lars). Die blo­ße Behaup­tung der Mit­tel­lo­sig­keit genügt indes nicht ein­mal den Anfor­de­run­gen an eine ver­ein­fach­te Dar­le­gung.

Zudem sind Erklä­run­gen der am Gegen­stand des Rechts­streits wirt­schaft­lich Betei­lig­ten ‑hier der Gesell­schaf­ter der GmbH- über deren per­sön­li­che und wirt­schaft­li­che Ver­hält­nis­se erfor­der­lich.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 13. Okto­ber 2014 – V S 28/​14 (PKH)

  1. vgl. BSG, Beschluss vom 14.11.2000 – B 7 AL 136/​00 B Rz 4 f.[]