Rechts­fä­hig­keit einer im Han­dels­re­gis­ter gelösch­ten GmbH

Die Löschung einer GmbH hat im All­ge­mei­nen zur Fol­ge, dass die Gesell­schaft ihre Rechts­fä­hig­keit ver­liert und damit nach § 50 Abs. 1 ZPO auch ihre Fähig­keit, Par­tei eines Rechts­streits zu sein; die Gesell­schaft ist mate­ri­ell­recht­lich nicht mehr exis­tent. Bestehen dage­gen Anhalts­punk­te dafür, dass noch ver­wert­ba­res Ver­mö­gen vor­han­den ist, bleibt die Gesell­schaft trotz der Löschung rechts- und par­tei­fä­hig.

Rechts­fä­hig­keit einer im Han­dels­re­gis­ter gelösch­ten GmbH

Dafür reicht bei einem Aktiv­pro­zess schon die blo­ße Tat­sa­che, dass die Gesell­schaft einen Ver­mö­gens­an­spruch gel­tend macht. Bei einem (wie hier) Pas­siv­pro­zess ist die gelösch­te Gesell­schaft jeden­falls dann par­tei­fä­hig, wenn die Kla­ge­par­tei (sub­stan­ti­iert) behaup­tet, es sei bei der Gesell­schaft noch Ver­mö­gen vor­han­den 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Juli 2012 – III ZR 116/​11

  1. vgl. zu all­dem BGH, Urtei­le vom 06.02.1991 – VIII ZR 26/​90, NJW-RR 1991, 660 mwN [zur Löschung einer GmbH nach Been­di­gung der Liqui­da­ti­on] und vom 25.10.2010 – II ZR 115/​09, NJW-RR 2011, 115, 116 Rn. 22 mwN [zur Löschung einer ver­mö­gens­lo­sen GmbH][]